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Degenerierte Opioid-Rezeptoren!
Fern-Ost
Beitrag 4.1.2009, 17:05
Beitrag #1


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"Degenerierte Opioid-Rezeptoren", wie kann ich mir diese Vorstellen?
Ist dies nur noch eine Huelle, oder ein uebergrosser Membran, oder.......?
Warum degenerieren die sich ueberhaupt zum negativen, fuer das Suchthirn waere es doch eigentlich besser diese "Ertragreicher" zu gestalten?

Hat da jemand Infomaterial, Links, etc.?
Oder kann dies fuer Laien erklaeren


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Sonne
Beitrag 4.1.2009, 20:11
Beitrag #2


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Hi Fern-Ost,

hm.... degenerierte Opi-Rezeptoren?

Was darf ich mir darunter vorstellen?
Wie kommst Du auf das Thema?
Hast Du dazu einen Link?

Mit Neugier auf Antwort wartet
Dein Sonnenschein


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Practicus
Beitrag 4.1.2009, 21:49
Beitrag #3


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von "degenerierten" opioidrezeptoren habe ich noch nie etwas gehört... aber es gibt sicher zahlreiche varianten von endorphinrezeptoren und sicher auch individuelle varianten von endorphinen...

"rezeptoren" in der zellmembran sind ja eine art "schlüsselschalter", die wie eine schleuse oder drehtür ein- und ausstrom von substanzen durch die zellmembran regulieren - andere systeme wiederum stellen beständig das natürliche gleichgewicht der zelle wieder her. wenn ein rezeptorsystem ständig aktiviert ist, werden neue rezeptoren gebildet, um der zelle wieder eine reaktionsmöglichkeit zu geben. das führt bei abhängigen dazu, dass sie wesentlich mehr rezeptoren bilden und auf der zelloberfläche präsentieren als normale zellen - wodurch dann letztlich die entzugserscheinungen ausgelöst werden.

es wird auch diskutiert, dass eine chronische opioidzufuhr zu einer degeneration des "mesolimbischen systems" im gehirn führt. das limbische system hat etwa die größe einer faust und stellt so etwas wie den "rotlichtbezirk" des gehirns dar, in dem alles gesteuert wird, was mit lust und trieben und belohnung und freude zu tun hat. man spekuliert, dass durch die dauerstimulation synaptische verbindungen in diesem bereich dauerhaft verlorengehen könnten

das hat aber mit "degeneration", also "verschleiss" oder "fehlbildung" nichts zu tun

gruß

praxx
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Fern-Ost
Beitrag 5.1.2009, 04:21
Beitrag #4


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Folgende Theorie:

Sucht entsteht dadurch das immer mehr Opioid-Rezeptoren gebildet werden welche befriedigt werden wollen,
bei einer manifesten und starken Abhaengigkeit kommt der Koerper aber nicht mehr mit
und faengt an andere Rezeptoren umzubauen- umzugestalten, welche eigentlich fuer andere Bereiche zustaendig sind.

Dies fuehrt dann dazu:
Ich brauche niemanden der mich liebt- ich habe ja Heroin
Ich brauche kein Heim, in das ich mich zurueck ziehen kann- denn ich habe ja Heroin
Ich muss/ brauch meine Pflichten nicht mehr erfuellen, ich darf/ kann Veruntreuen, etc.

Ist ja das was H-Konsumenten "Suchtbedingt" oftmals wirklich denken!

Ich war mir ja immer etwas unsicher und dachte eher an eine "Feinstofflichkeit der Sucht",
scheinbar aber ist es tatsaechlich nur eine Neurobiologische Veraenderung.

ZITAT
das hat aber mit "degeneration", also "verschleiss" oder "fehlbildung" nichts zu tun


Welches andere Wort kann man dann benutzen?

@ Sonne: Visit My Website

ZITAT
Da das Gehirn genetisch darauf ausgelegt ist jeweils nur mit 10-15% der Rezeptoren zusammenzu-arbeiten, erzeugt die durch Opiatkonsum entstehende Überstimulation als Folge die Produktion zusätzlicher Rezeptoren. Das ist als eine Art Schutzmechanismus des Gehirns zu verstehen. Wenn der Mensch nun die anfängliche Dosis Opiate einnimmt, erlebt er bereits keine Euphorie mehr, weil ja die Anzahl der vorhandenen Rezeptoren gestiegen ist, weshalb die Dosis erhöht werden muss, um die frühere Wirkung zu erzielen. Daraufhin erzeugt das Gehirn natürlich wieder mehr Rezeptoren und die Folge ist ein kaum mehr zu durchbrechender Teufelskreis, denn wenn man weiter regelmässig Opiate konsumiert, kann das Gehirn die Aufgabe nicht mehr bewältigen, dauernd neue Rezeptoren zu produzieren und beginnt schliesslich damit, deren innere Struktur zu verändern.

Auf der Oberfläche des Rezeptors befindet sich ein sogenanntes Aktivitätsgebiet , auf welchem es zu der Zusammenwirkung mit den Endorphinen oder eben den Opiaten kommt. Beim bereits mutierten Rezeptor vergrössert sich einerseits dieses Aktivitätsgebiet um mehr vom Stoff aufnehmen zu können und gleichzeitig verändert sich auch die innere Struktur des Rezeptors, indem eine Art kleine energeti-sche Stationen herausgebildet werden, die ständig eine Anfrage nach der Droge "nach aussen" sen-den. Als Ergebnis davon besitzt ein Mensch dann statt der normalen Anzahl gesunder Rezeptoren ein Vielfaches davon an pathologischen Rezeptoren, die sich nun in einem Zustand ständiger Aktivität befinden und Signale ins Gehirn aussenden, dass die Droge benötigt und zugeführt wird.

Dabei tritt die Droge in Konkurrenz zum natürlichen Endorphin, dessen Synthese im Gehirn unterdrückt und letztlich völlig blockiert wird. Gleichzeitig wächst die Zahl der Opiatrezeptoren, was die Notwendigkeit der Einnahme immer grösserer Opiatdosen erzeugt. Das Hauptmerkmal, dass die Synthese von Endorphin vollständig blockiert ist, ist das Auftreten von körperlichen Krisen (Entzugserscheinungen). Je länger die Droge eingenommen wurde, desto stärker die Entzugssymptome. Entzugserscheinungen äussern sich durch psychische Störungen, mit Schweissausbrüchen, Schüttelfrost, grippale Infekte, Schläfrigkeit, Muskel- und Knochen-schmerzen. Erste Entzugserscheinungen treten ca. 8 - 12 Std. nach der letzten Drogeneinnahme auf. Man kann dem Drogenabhängigen das Wohlbefinden nur mit Zuführung von opiatbasierten Stoffen zurückgeben. Die Drogeneinnahme führt zum Entzugssyndrom und um dieses zu beseitigen, greift der nun Drogenabhängige wieder zum Rauschgift. Es wird immer schwerer, die anfängliche Euphorie zu erzielen und die Droge wird nicht mehr zum Vergnügen sondern zum Kampf gegen die Entzugserscheinungen eingenommen. Weil immer grössere Mengen Droge konsumiert werden müssen, kommt es so zur Gefahr der Überdosierung.

Die Überdosis ist eine der häufigsten Todesursachen bei Drogenabhängigen. Die Droge wird eingenommen, sie stürzt auf die Rezeptoren. Da die Dosis zu hoch ist, sind alle Rezeptoren in kurzer Zeit belegt und der Rest der Droge sucht noch freie Rezeptoren, findet jedoch keine und erreicht als Folge das verlängerte Rückenmark, wo sich Atem-, Bewegungs-, Herz- und Kreislaufzentren befinden. Erreicht die Droge das verlängerte Rückenmark in ausreichen grosser Menge, wirkt sie auf alle diese Zentren und infolgedessen kommt es zur teilweisen oder totalen Lähmung der Extremitäten, zur Unterdrückung der Atmung bzw. zu einem Atemstillstand. Danach bleibt in 5-7 Minuten das Herz stehen und der Tod tritt ein. Zum Zeitpunkt wenn die Droge das verlängerte Rückenmark erreicht, ist der Mensch bereits bewusstlos.

Beschliesst der Drogenabhängige, selber seine Sucht zu bekämpfen und stoppt deren Einnahme, tritt eine körperliche Krise ein, die von Entzugserscheinungen und schwersten Depressionen begleitet wird. Nach einiger Zeit pendelt sich der Zustand ein wenig ein und Schlaf und Appetit kehren zurück. Kommt es während 4-6 Monaten zu keinem Rückfall, scheint es dem Drogenabhängigen, dass sein Organismus wieder im Gleichgewicht ist und die Sucht besiegt. Dem ist jedoch nicht so.

Die körperliche Abhängigkeit kann unterdrückt werden, was bleibt ist die psychische Abhängigkeit , die das Hauptproblem bei Drogentherapien darstellt. Die körperliche Krise endet bei Abstinenz aus zwei Gründen. Der erste Grund ist das Vorhandensein eines kompensatorischen Systems im Gehirn, welches sekundäre Funktionen von Endorphin im Falle dessen Ausbleibens erfüllt, nämlich die Möglichkeit durchzuschlafen, Stimmungs- und Emotionsbildung.

Der zweite Grund besteht in der Tatsache, dass die Aktivität der Rezeptoren im Ganzen nicht
verschwunden ist, obwohl sie sich drastisch reduziert hat und nicht mehr offen nach der Droge fordert. Alle veränderten Rezeptoren sind jetzt durch ihre eigene Aktivität in eine sogenannte pathologische Opiatmatrize verbunden. Diese Aktivität wird «stand by»-Aktivität genannt, eine explosionsgefährliche Aktivität, die jeden Moment ausbrechen kann. Diese wird durch « Kindling-Prozesse» (Zündungsprozesse) hervorgerufen, welche die Abhängigkeit direkt im Inneren des Rezeptors bilden. D.h. die Situation ist überhaupt nicht stabil und es besteht die ständige Gefahr der Aktivierung von Rezeptoren. In diesem Fall wird der Abhängige wieder ein extremes Reissen nach der Droge verspüren, dessen unbedingtes Ergebnis ein Rückfall in die Heroinsucht sein wird.

Die Existenz der Opiatmatrize ist mit zwei Problemen verbunden. Einerseits die explosionsgefährliche Rezeptorenaktivität, die den betreffenden Menschen auch bei langanhaltender Abstinenz nicht genesen lässt. Das zweite Problem ist, dass diese Opiatmatrize die genetische Entwicklung des Gehirns blockiert. Der Zugang zum Kern der Persönlichkeit ist versperrt und die Entwicklung des Menschen auf der Etappe zu Beginn der Sucht gestoppt. Das Schwierige daran ist, dass für gewöhnlich diese Zeit mit der Periode der Sozialisierung des Menschen, in der die Herausbildung des Gehirns und des Kernes der Persönlichkeit erfolgt, zusammenfällt.

Heroin erlaubt es dem Menschen, der sich einmal in dessen Abhängigkeit begeben hat, nicht mehr, es zu vergessen. Die Falle ist quasi zugeschnappt und es gibt kein einfaches Entrinnen mehr daraus. Der Mensch kann nicht mehr normal leben und sich entwickeln.

Zusammengefasst resultiert daraus, dass die psychische Abhängigkeit von Opiaten sich auf drei Vorgänge stützt:

1. Nichtvorhandensein von Endorphin

2. Die mentale Entwicklung des Menschen wird gestoppt durch die kranken Rezeptoren.

3. Die Aktivität der pathologisch veränderten Rezeptoren (Kindling-Prozesse) .


Okay, der Typ ist Streitbar, wie Wir alle, dennoch ist er eine Kapazitaet auf dem Feld/ Taiga der Suchtforschung

Der Beitrag wurde von Fern-Ost bearbeitet: 5.1.2009, 09:23


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Achimy
Beitrag 5.1.2009, 14:20
Beitrag #5


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Nach längerem Opioidgebrauch kommt es zu einer Anlagerung von Arrestinen an die Opioidrezeptoren auf der Cytoplasma-Seite. Daraufhin binden sogenannte Clathrine an den Rezeptor-Arrestin-Komplex. Über Endocytose wird dieser Komplex vollständig ins Cytoplasma eingelagert. Das Resultat: An die Opioidrezeptoren können keine endogene Opioide mehr binden. ---->Siehe Grafik

Der Beitrag wurde von Achimy bearbeitet: 7.1.2009, 16:26


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Sonne
Beitrag 5.1.2009, 14:26
Beitrag #6


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Ich weiß nicht, ich finde das voll unheimlich was dieser Doc aus Moskau da macht.
Dr. Frankenstein lässt grüssen.

Und überhaupt da steht was von 85% Erfolgsgarantie.
Was ist mit den restlichen 15 %? Sind die alle erstickt, weil die Methode fehl geschlagen hat und sie sich doch wieder was gedrückt haben?

Sucht ist ein Elend. Keine Frage.
Ich denke es gibt nur einen einzigen Ausweg. Nimm Dir nen Strick und häng Dich auf oder hüpf aus dem Fenster oder oder oder.
Weil wahre Ruhe vor der Sucht und vor einem selbst bringt letztlich doch nur der Tod. Was bitte niemand als Aufruf zum Suizid verstehen soll.

Nebenbei:
Gab es vor einigen Jahren nicht auch mal ein Arzt, der Süchtigen das "Suchtzentrum" aus dem Gehirn operiert hat?
Hab da irgendwie mal was gehört von, aber vielleicht ist es auch nur ein Gerücht.


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Achimy
Beitrag 5.1.2009, 15:15
Beitrag #7


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ZITAT(Sonne @ 5.1.2009, 14:26) *
Ich weiß nicht, ich finde das voll unheimlich was dieser Doc aus Moskau da macht.
Dr. Frankenstein lässt grüssen.

Die Methode von Dr. Zobin ist innerhalb der dt. Ärzteschaft äußerst umstritten. Die ultraschnelle Entwöhnung von Heroin-Süchtigen ist bislang nicht nachvollziehbar, denn niemand weiß, was den Süchtigen in die Venen gespritzt wird. Die bisher veröffentlichten Resultate lassen keine positive Beurteilung dieses Entgiftungsverfahrens zu, da das methodische Vorgehen in den wenigen Versuchsreihen nicht einheitlich, die Erfolgsquote nicht genau ersichtlich ist und die Behandlung nicht lange genug durchgeführt worden ist (Rückfallquote unklar).27 Deutsche sowie rund hundert Patienten aus der Schweiz, Österreich, Italien und Griechenland hat Zobin bereits behandelt. Bald werden es noch mehr: Im September öffnet seine zweite Klinik in Montenegro. 4200 Euro kostet die Behandlung- viel Geld für eine zweifelhafte Behandlung !


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Fern-Ost
Beitrag 5.1.2009, 15:48
Beitrag #8


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@ Achimy,

auf seiner Webseite erklaert er was da eigentlich gemacht wird!
Er blockiert "alle" Rezeptoren mit Neuropeptid, er schreibst zwar das nur die Sucht-Matritze geloescht wird,
aber ich kann mir nicht vorstellen das dies so genau machbar ist!
Und die Drogen-Entwoehung muss vorher durch sein.

ZITAT
4200 Euro kostet die Behandlung- viel Geld für eine zweifelhafte Behandlung !


So viel wie ca.18 Tage in einer Suchtklinik!

@ Sonne,
ZITAT
Sucht ist ein Elend. Keine Frage.
Ich denke es gibt nur einen einzigen Ausweg. Nimm Dir nen Strick und häng Dich auf oder hüpf aus dem Fenster oder oder oder.
Weil wahre Ruhe vor der Sucht und vor einem selbst bringt letztlich doch nur der Tod.


Na komm, so schlimm ist es nun auch nicht,
es gibt ein Leben nach der "Sucht" und dieses ist gar nicht einmal soooooo uebel! troest.gif

Der Beitrag wurde von Fern-Ost bearbeitet: 5.1.2009, 15:56


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Sonne
Beitrag 5.1.2009, 16:09
Beitrag #9


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ZITAT(Achimy @ 5.1.2009, 15:15) *
4.200 Euro kostet die Behandlung- viel Geld für eine zweifelhafte Behandlung !

Tja, so kommt man halt zu Geld.

Der Escape-Entzug ist da ja noch richtig billig dagegen.
5 Tage für Euro 1.800,00. Rückfall meist inbegriffen und extra zu bezahlen.
http://www.proadicta.ch/heroin.html

Der Beitrag wurde von Sonne bearbeitet: 5.1.2009, 16:10


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Practicus
Beitrag 5.1.2009, 18:23
Beitrag #10


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Bei "Escape" wollte ich mich mal informieren - die haben mir gleich eine Lizenzvereinbarung mit horrender Miete für den "Neuro-Jet" vorgeschlagen...

Theoretisch könnte Tiefenhirnstimulation funktionieren, wird aber normalerweise mit Magnetfeldern gemacht (zB bei Depressionen) und wirkt nur kurz.

Wenn da Patienten in 5 Tagen von Buprenorphin entzogen werden sollen... kann ich mir nicht vorstellen, da fängt der richtige Entzug bei Subu erst an.

Es gibt immer wieder "Wunderdoktoren", die eine Methode komischerweise als einzige durchführen können - und alle anderen sind dafür zu blöde...

gruß

praxx
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Narkoomi
Beitrag 5.1.2009, 18:46
Beitrag #11


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Ich hab mich durch diese,wie ich finde, "gruselige" Methode bereits auch schon durchgelesen und auch die Fernsehberichte davon geschaut.
Na, ich würde so was auf keinen Fall machen lassen....
Auch der sogenannte Turbo-Entzug mittels Narkose war ja auch ein Schritt rückwärts..okay, wieder was anderes, aber ist nicht auch inzwischen die Behandlung mit Nemexin umstritten? Meine mal gelesen zu haben, dass die meisten Ärzte davon abraten. Opiatrezeptor-Blockade, Suchtgedächtnis-Löschung...na,ich weiß nicht.Kann das alles nicht so recht glauben.Gerade auch die Geheimhaltung dieses Dr.Zobin..Militär-erprobt und was weiß ich nicht noch.Das macht mich ja nun besonders stutzig.Er (Dr. Zobin) erklärte mal in einem Interview, dass diese Methode doch wohl mehr oder weniger auf "militärischer Ebene" entstanden ist, auch um die vielen H-Abhängigen Soldaten zu "heilen".Nee, allein schon die Sachen, die die CSI und sonstige solcher "Institutionen" in Sachen "Drogen" etc.veranstaltet haben....ich weiß, der Vergleich hinkt ein wenig.Auch wenn das menschliche Hirn als solches (biochemische Reaktionen, Aufbau, Rezeptoren usw.) ja schon ziemlich gut erforscht sind, so bin ich weiterhin der Meinung, dass man das menschliche Hirn (die ganzen Zusammenhänge des Denkes und Fühlens..die Seele halt) niemals komplett "erforschen" kann. Dazu ist der Mensch einfach zu sehr ein "Wunderwerk der Natur".
Die Preise für diese "Aktionen", seien es Dr. Zobins Methode oder Turbo-Entzug oder Neuro-Jet sind auch nicht ohne.Gut, jetzt kann man natürlich wieder sagen: Ja, aber Schore kostet doch genauso viel, ein stationärer Entzug auch oder sonst mußtest du das Geld doch auch immer für Stoff auftreiben..etc", kann ich nachvollziehen, hab ich auch oft genug von Ärzten gehört(auch Subssti-Ärzten, die alles bezahlt haben wollten), aber: Ich muß das Geld nicht alles auf einmal zur Verfügung haben.Es ist für mich schon ein Unterschied, ob ich 4.2000 oder 1.800 Euro auf einmal haben muß. Ihr versteht, was ich meine..denke ich.
Also, abschließend: Auf keinen Fall würde ich mich darauf einlassen !!!
Sucht / Abhängigkeit ist einfach zu kompleß, als das sie sich einfach löschen läßt..........Formatierung läßt grüßen zwinker.gif

Der Beitrag wurde von Narkoomi bearbeitet: 5.1.2009, 18:46


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Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht. Doch der Haifisch lebt im Wasser, so die Tränen sieht man nicht.
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Sonne
Beitrag 5.1.2009, 20:24
Beitrag #12


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Bei dem Escape-Entzug scheint es u.a. tatsächlich an der kurzen Behandlungsdauer zu liegen.

Ich weiß von drei Fällen, die sich während des Entzuges tatsächlich soweit gut gefühlt haben, aber als sie dann freitags mittags auf dem Nachhauseweg waren, fing der Entzug praktisch erst so richtig an, na ja, was dann halt dazu geführt hat, dass man erst mal ab auf die nächste Scene / zum Dealer gegangen ist.

Im übrigen findet auch eine Nachbetreuung nicht statt. Die Leute wurden mit lieben Worten und ein paar Prospekten nach Hause geschickt über gute Ernährung und Sport und so.


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Practicus
Beitrag 6.1.2009, 00:45
Beitrag #13


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@ narkoomi

stichwort "naltrexon"

naltrexon wird ja in den USA für alle möglichen süchte eingesetzt... von alkohol über spielen bis sex... und scheint unter kontrollierten bedingungen einen zusätzlichen effekt zu haben

aber: ein süchtiger muss dazu freiwillig täglich eine substanz einnehmen, die ihm den spass an seinem suchtmittel verdirbt... bzw der suchthandlung die belohnung raubt, und zwar ein ganzes jahr lang, wenn das ganze sinn machen soll...

ich mache mittlerweile naltrexonbehandlungen nur noch, wenn ich auch ein zwangsmittel in der hand habe, die kontrollierte einnahme des naltrexon zu erzwingen (zB als bewährungsauflage vom gericht)... wäre sonst schade ums geld, die einzig verfügbare 50er-packung kostet um die 250 euro

die amis implantieren mittlerweile subcutane depots für das naltrexon, um eine anhaltende, einnahmeunabhängige wirkung zu erzielen!

gruß

praxx
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Fern-Ost
Beitrag 6.1.2009, 03:57
Beitrag #14


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@ Practicus+ Achimy,
sind eure beiden Aussagen nicht total gegenteilig?
Oder meint Ihr das gleiche?

ZITAT
Auch wenn das menschliche Hirn als solches (biochemische Reaktionen, Aufbau, Rezeptoren usw.) ja schon ziemlich gut erforscht sind, so bin ich weiterhin der Meinung, dass man das menschliche Hirn (die ganzen Zusammenhänge des Denkes und Fühlens..die Seele halt) niemals komplett "erforschen" kann. Dazu ist der Mensch einfach zu sehr ein "Wunderwerk der Natur".


Dennoch dieses Wissens spritzen Wir Heroin, schlucken XTC, "erweitern unser Bewusstsein" mit LSD und trinken Literweise Alkohol blacklol.gif

Ich selbst bin auch kein Freund dieser Methode, die Theorie allerdings finde ich sehr interessant, aber ich bin auch Laie und habe da nicht so den Durchblick!

Edito: Wie ist denn der Vergleich zum Naltrexon?
Ist dies nicht "fast" die gleiche Methode wie die Russische?

mfg

Der Beitrag wurde von Fern-Ost bearbeitet: 6.1.2009, 07:32


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Practicus
Beitrag 6.1.2009, 12:58
Beitrag #15


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ich habe keine ahnung, was dieser dr zobin veranstaltet.

der effekt von naltrexon besteht in einer blockade der opioidrezeptoren AUCH für endorphine, es wird damit also ein teil des "belohnungssystems" im limbischen system langfristig lahmgelegt.

damit sollen sich wohl nach neurophysiologischer spekulation opioidinduzierte bahnungen schneller zurückbilden. zumindest scheint durch das naltrexon kein nachteiliger psychischer effekt einzutreten.

die blockade des endocannabinoidrezeptors durch das abmagerungsmittel accomplia (rimonabant) hat hingegen zu schwersten psychischen nebenwirkungen geführt, depressionen bis hin zum suizid führten zur marktrücknahme des mittels.

ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das "suchtgedächtnis" mit chemischen tricks löschen lässt.

jede psychische störung, auch eine suchterkrankung, hat eine ursache, macht für den betroffenen sinn (erfüllt also einen zweck) und verhütet schlimmeres (zB suizid)

sucht lässt sich nur überwinden, wenn der zweck des konsums entweder auf andere weise erreicht oder überflüssig gemacht werden kann


gruß

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Paddy1977
Beitrag 6.1.2009, 14:39
Beitrag #16


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bei der russischen methode werden die aufnehmenden rezeptoren praktisch zugeschweisst. eine nochmalige aufnahme von heroin führt unumstößlich zum tode.

ein -kunde- der die methode angewendet hat, sagte es wäre einer der -geilsten- letzten tripps gewesen, als das zeug injiziert wurde. ABER danach zeigte der arzt was passiert wenn nochmals heroin gespritzt werden würde... also man erstickt bei lebendigen bewusstsein...obwohl man atmet, bekommt man keine luft mehr. diese demonstration dauert 5 minuten und war die hölle wohl.

naja wenns hilft.

paddy


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Achimy
Beitrag 6.1.2009, 14:52
Beitrag #17


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Ich möchte die Methode von Dr. Zobin nicht schlecht reden. Bevor er aber seine Daten nicht publiziert, kann man über Sinn oder Unsinn seiner ultraschnellen Entwöhnung nur schwer diskutieren. Erst wenn man weiß wie die Aminosäuren (AS)-Sequenz seines Nonapeptids lautet, kann man sein Experiment nachvollziehen. Gewinnt er sein Nonapeptid aus der Neurohypophyse oder stellt er es synthetisch her ? Wie greift dieses Peptid (aus 9 ASen) in den zellulären Suchtmechanismus ein ?
Wissenschaftlich belegt ist bislang nur, daß Met-Enkephalin-Fragmente aus 3 ASen, den Transduktionsweg zwischen µ-Rezeptoren und G-Proteinen unterbinden, d.h. es kommt zu einer Blockade der Opioid-Wirkung. Bislang ist dieses Phänomen allerdings nur bei Ratten nachgewiesen- aber (noch) nicht beim Menschen.

Der Beitrag wurde von Achimy bearbeitet: 6.1.2009, 14:57


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Sonne
Beitrag 6.1.2009, 14:58
Beitrag #18


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Ohne unbedingten, wirklich festen Willen ist Sucht ohnehin mit keiner Methode überwindbar.

Ich erinner mich noch gut an die Jahre, in denen ich Subutex nahm, bei dem man ja auch nichts mehr merkt von anderen Opioiden. Ach, aber wie leicht ist das doch zu überwinden, wenn man es ein paar Tage einfach weg lässt. Beim Methadon im übrigen genau das selbe. Würd ich jetzt im Moment was nehmen, würd ich auch nichts merken. Lasse ich es weg entsprechend lang, habe ich auch wieder was von anderen Opioiden.
Problem bei jedem Substitut ist nur, dass man von anderen Opioiden enorme Mengen braucht (ich zumindest).

Dr. Zobins Methode -wie auch immer die jetzt genau funktioniert- baut meiner Meinung nach letztendlich darauf auf, dass dem Patient Angst gemacht wird "Solltest Du was nehmen, stirbst Du".

Ob Angst Sucht heilen kann?
Bei den erfolgreichen 85 % seiner Methode sollte man auch mal langfristig nachfragen, wie es denen jetzt so geht. Vorallem würde mich interessieren ob eine Suchtverlagerung stattgefunden hat wie z.b. Kaufsucht, Fresssucht, Sexsucht...?

Und vorallem hätte ich bei dieser Methode auch viel zu viel Angst, dass in meinem Kopf noch andere Belohnungs-, Lust-, Spaßzentren kaputt gehen.


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Fern-Ost
Beitrag 7.1.2009, 04:23
Beitrag #19


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ZITAT(Achimy @ 6.1.2009, 22:52) *
Gewinnt er sein Nonapeptid aus der Neurohypophyse oder stellt er es synthetisch her ?

Von Toten?

ZITAT
Hier Zitat von Sonne:
Dr. Zobins Methode -wie auch immer die jetzt genau funktioniert- baut meiner Meinung nach letztendlich darauf auf, dass dem Patient Angst gemacht wird
"Solltest Du was nehmen, stirbst Du".

Er schreibt (bzw. Uebersetzer) das 3. Dinge wichtiger sind, bitte nachlesen!



Edit:
Quote editiert von sonne


Der Beitrag wurde von Sonne bearbeitet: 7.1.2009, 16:48


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Practicus
Beitrag 7.1.2009, 13:29
Beitrag #20


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ZITAT(Paddy1977 @ 6.1.2009, 14:39) *
bei der russischen methode werden die aufnehmenden rezeptoren praktisch zugeschweisst. eine nochmalige aufnahme von heroin führt unumstößlich zum tode.

ein -kunde- der die methode angewendet hat, sagte es wäre einer der -geilsten- letzten tripps gewesen, als das zeug injiziert wurde. ABER danach zeigte der arzt was passiert wenn nochmals heroin gespritzt werden würde... also man erstickt bei lebendigen bewusstsein...obwohl man atmet, bekommt man keine luft mehr. diese demonstration dauert 5 minuten und war die hölle wohl.

naja wenns hilft.

paddy


rezeptoren "zuschweissen" - also irreversibel blockieren? ich glaube nicht, dass das

a) folgenlos für die gemütsverfassung bleibt, wenn auch die physiologisch vorhandenen endorphine nicht mehr wirken können (effekt ähnlich wie bei naltrexon)

b) wirklich dauerhaft funktioniert - selbst in der peripherie des nervensystems hält zB eine irreversible sympathicusblockade mit guanethidin - nicht dauerhaft an.

c) schliesslich können die rezeptoren von der nervenzelle in jeder erforderlichen menge neu produziert werden

d) gibt es kein kein ersticken bei erhaltener atmung und vorhandener luft - allenfalls ein auf mir völlig unerklärliche weise produziertes erstickungsgefühl


die russische medizin produziert immer wieder scheinbare wundermittel, die sonderbarerweise immer nur von einzelnen ärzten erfolgreich angewendet werden können und sich stets durch eine besondere kostenintensität auszeichnen, ohne dass jemals auch nur eine einzige "saubere" studie zur wirksamkeit oder wenigstens unbedenklichkeit vorliegt... da dürfte es doch in russland bald keine heroinabhängigen mehr geben, oder?

gruß

praxx
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