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Degenerierte Opioid-Rezeptoren!
Fern-Ost
Beitrag 7.1.2009, 14:41
Beitrag #21


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ZITAT(Paddy1977 @ 6.1.2009, 22:39) *
bei der russischen methode werden die aufnehmenden rezeptoren praktisch zugeschweisst. eine nochmalige aufnahme von heroin führt unumstößlich zum tode.

ein -kunde- der die methode angewendet hat, sagte es wäre einer der -geilsten- letzten tripps gewesen, als das zeug injiziert wurde. ABER danach zeigte der arzt was passiert wenn nochmals heroin gespritzt werden würde... also man erstickt bei lebendigen bewusstsein...obwohl man atmet, bekommt man keine luft mehr. diese demonstration dauert 5 minuten und war die hölle wohl.


paddy


@ paddy, das ist vollkommender quatsch den Du da schreibst!

auf der Website wird doch erklaert was da und wie es gemacht wird, ebenso die 3. wichtigsten Dinge und das Opiatmissbrauch eben nicht den unumstoesslichen Tod zur Folge hat!

Was ist denn nun aber mit den "Degenerierten Rezeptoren" unsere beiden Fachmaenner sind da fuer mich etwas widerspruechlich,
oder deute ich mein med. Woerterbuch einfach nur falsch?


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Sonne
Beitrag 7.1.2009, 16:56
Beitrag #22


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ZITAT(Fern-Ost @ 7.1.2009, 04:23) *
ZITAT
Zitat von Sonne:
Dr. Zobins Methode -wie auch immer die jetzt genau funktioniert- baut meiner Meinung nach letztendlich darauf auf, dass dem Patient Angst gemacht wird. "Solltest Du was nehmen, stirbst Du".

Er schreibt (bzw. Uebersetzer) das 3. Dinge wichtiger sind, bitte nachlesen!


Hi Fern-Ost
meinst Du diese drei Punkte?

"Die zweite Etappe der Behandlung liegt beim Patienten selber und steht außerhalb der Gewalt des Arztes. Es gibt jedoch drei Hauptregeln, deren Befolgung eine erfolgreiche Genesung fördern wenn nicht sogar garantieren:
1. Der totale Wechsel der Umgebung, bzw. das Meiden von alten Freunden.
2. Maximale Beschäftigung, ausgefüllter Alltag.
3. Viel Sport und gesunde Lebensweise."


Wenn ja, dann sorry, aber diese Lebensweisheiten bekommt man doch grundsätzlich bei jeder Entgiftung, Therapie, Substitution, psychiatrischer Behandlung, Yoga, Mediatation, Diät... ans Herzen gelegt mehr oder weniger zumindest. Das ist ja nun wirklich keine neue Erfindung.

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P.S. Habe an Dich, Fern-Ost noch ne kleine Bitte (nebenbei- Du bist aber nicht der einzige der da als Probleme hat), guck mal bitte wenn Du QUOTEST, dass jeweils in den Zitaten auch noch verzeichnet ist WEN Du zitierst. Wenn Du dazu Fragen hast oder technische Probs helfe ich Dir gerne weiter. Es ist leider nur unübersichtlich und verwirrend, wenn Zitate verwendet werden, man aber nicht nachvollziehen kann von wem diese letzlich kommen. Danke!
Siehe auch hier- habe das ganze nochmal für alle Member eingestellt: http://www.forum.opioidforum.com/index.php...ost&p=35693

Der Beitrag wurde von Sonne bearbeitet: 7.1.2009, 17:18


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Es ist nicht die Sehnsucht nach dem Tod...
Es ist die Sehnsucht nach dem vollkommenen Leben...
NIRVANA
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Fern-Ost
Beitrag 8.1.2009, 04:19
Beitrag #23


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ZITAT(Sonne @ 8.1.2009, 00:56) *
ZITAT(Fern-Ost @ 7.1.2009, 04:23) *
ZITAT
Zitat von Sonne:
Dr. Zobins Methode -wie auch immer die jetzt genau funktioniert- baut meiner Meinung nach letztendlich darauf auf, dass dem Patient Angst gemacht wird. "Solltest Du was nehmen, stirbst Du".

Er schreibt (bzw. Uebersetzer) das 3. Dinge wichtiger sind, bitte nachlesen!


Hi Fern-Ost
meinst Du diese drei Punkte?

"Die zweite Etappe der Behandlung liegt beim Patienten selber und steht außerhalb der Gewalt des Arztes. Es gibt jedoch drei Hauptregeln, deren Befolgung eine erfolgreiche Genesung fördern wenn nicht sogar garantieren:
1. Der totale Wechsel der Umgebung, bzw. das Meiden von alten Freunden.
2. Maximale Beschäftigung, ausgefüllter Alltag.
3. Viel Sport und gesunde Lebensweise."


Wenn ja, dann sorry, aber diese Lebensweisheiten bekommt man doch grundsätzlich bei jeder Entgiftung, Therapie, Substitution, psychiatrischer Behandlung, Yoga, Mediatation, Diät... ans Herzen gelegt mehr oder weniger zumindest. Das ist ja nun wirklich keine neue Erfindung.



Nun ja, was der Schluessel eines jeden Erfolgs ist aendert sich nicht!
Und er behauptet auch nicht das dies "alles neu" ist!

Und quoten, ich werde mal versuchen mich daran zu halten, allerdings finde ich das FoF nun nicht so unuebersichtlich!


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Achimy
Beitrag 16.1.2009, 14:24
Beitrag #24


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ZITAT(Fern-Ost @ 4.1.2009, 17:05) *
"Degenerierte Opioid-Rezeptoren", wie kann ich mir diese Vorstellen?
Ist dies nur noch eine Huelle, oder ein uebergrosser Membran, oder.......?
Warum degenerieren die sich ueberhaupt zum negativen, fuer das Suchthirn waere es doch eigentlich besser diese "Ertragreicher" zu gestalten?

Hat da jemand Infomaterial, Links, etc.?
Oder kann dies fuer Laien erklaeren

Ich würde gerne Deine Frage ausfühlich beantworten, allerdings weiß ich nicht was Du genau unter "degenerierten" Opioidrezeptoren verstehst ? Meinst Du damit vielleicht, warum diese Rezeptoren nach gewisser Zeit unempfindlicher gegenüber dem Liganden (Opioid) werden ?
Oder meinst Du eher eine Degradation? (davon bin ich in meiner Antwort ausgegangen)


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Fern-Ost
Beitrag 17.1.2009, 03:18
Beitrag #25


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In dem Beitrag vom Dr. Zolbin steht: "Degenerierte Opioidrezeptoren",
vielleicht hilft es mehr wenn Du den entsprechenden Beitrag lesen koenntest.
Meine Laiensprache koennte uns nur noch mehr verwirren druffi.gif

ZITAT
Auf der Oberfläche des Rezeptors befindet sich ein sogenanntes Aktivitätsgebiet , auf welchem es zu der Zusammenwirkung mit den Endorphinen oder eben den Opiaten kommt. Beim bereits mutierten Rezeptor vergrössert sich einerseits dieses Aktivitätsgebiet um mehr vom Stoff aufnehmen zu können und gleichzeitig verändert sich auch die innere Struktur des Rezeptors, indem eine Art kleine energeti-sche Stationen herausgebildet werden, die ständig eine Anfrage nach der Droge "nach aussen" sen-den. Als Ergebnis davon besitzt ein Mensch dann statt der normalen Anzahl gesunder Rezeptoren ein Vielfaches davon an pathologischen Rezeptoren, die sich nun in einem Zustand ständiger Aktivität befinden und Signale ins Gehirn aussenden, dass die Droge benötigt und zugeführt wird.

Dabei tritt die Droge in Konkurrenz zum natürlichen Endorphin, dessen Synthese im Gehirn unterdrückt und letztlich völlig blockiert wird. Gleichzeitig wächst die Zahl der Opiatrezeptoren, was die Notwendigkeit der Einnahme immer grösserer Opiatdosen erzeugt. Das Hauptmerkmal, dass die Synthese von Endorphin vollständig blockiert ist, ist das Auftreten von körperlichen Krisen (Entzugserscheinungen). Je länger die Droge eingenommen wurde, desto stärker die Entzugssymptome. Entzugserscheinungen äussern sich durch psychische Störungen, mit Schweissausbrüchen, Schüttelfrost, grippale Infekte, Schläfrigkeit, Muskel- und Knochen-schmerzen. Erste Entzugserscheinungen treten ca. 8 - 12 Std. nach der letzten Drogeneinnahme auf. Man kann dem Drogenabhängigen das Wohlbefinden nur mit Zuführung von opiatbasierten Stoffen zurückgeben. Die Drogeneinnahme führt zum Entzugssyndrom und um dieses zu beseitigen, greift der nun Drogenabhängige wieder zum Rauschgift. Es wird immer schwerer, die anfängliche Euphorie zu erzielen und die Droge wird nicht mehr zum Vergnügen sondern zum Kampf gegen die Entzugserscheinungen eingenommen. Weil immer grössere Mengen Droge konsumiert werden müssen, kommt es so zur Gefahr der Überdosierung.


Zusatzfrage: Wieso koennen Opiate auf einmal an Rezeptoren andocken,
obwohl diese dafuer gar nicht gemacht sind: Dr. Z. schreibt das bei einer Ueberdosis
die Opiate die Rezeptoren die Steuerung des Atmungssystem besetzen und weiter den Hirnstamm hochklettern
bis alles in der Versteifung untergeht!
Werden dazu die Opiate ummodelliert oder passen sich die Rezeptoren an?

Domo arigato aus Tokyo, wo es nun schon Erdbeeren und Weintrauben aus Heimischen Anbau zu essen gibt!

Der Beitrag wurde von Fern-Ost bearbeitet: 17.1.2009, 03:23


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Achimy
Beitrag 17.1.2009, 13:42
Beitrag #26


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Ich versuche mal, dieses doch recht komplexe Thema möglichst einfach zu erklären. Sicher bleiben daher noch einige Fragen offen...also frag ruhig, wenn irgendetwas unklar ist.

Im gesunden Menschen bildet das Opioidsystem einen hochkomplexen Mechanismus, der unser Verhalten durch Stimmungen steuert. Die Opioidrezeptoren, die einen ihrer Hauptsitze im mesolimbischen System haben, sind wesentlich dafür verantwortlich, ob wir uns wohl oder unwohl fühlen. Sind wir Stressoren, wie zum Beispiel Schmerz ausgesetzt, bleiben sie unbesetzt, erzeugen Frustrationsgefühle und bringen uns dazu, nach Abhilfe zu suchen - ein Alarmsystem. Hierzu werden körpereigene Morphine, zum Beispiel Endorphine freigesetzt, die das Schmerzempfinden beseitigen und unsere Stimmung heben.

Schmerzstillende Mittel, aber auch viele Drogen wirken dadurch, dass sie die Opioidrezeptoren besetzen und das entsprechende Wohlgefühl künstlich erzeugen.
Nach längerer Therapie kann es vorkommen, dass Opioidrezeptoren zunehmend unempfindlicher für das jeweilige Opioid werden. Sie wirken dann in der gewohnten Dosis nicht mehr ausreichend. Die Mechanismen in der Toleranzentwicklung sind erst zum Teil erforscht. . Damit die Rezeptoren sensibel für das Opioid bleiben, müssen sie ständig auf- und abgebaut werden. Unterschiedliche Mechanismen in Zellinneren und -äußeren sind hierbei beteiligt. Neuere Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass diese Art Recycling nicht immer bei allen Opioiden gleich gut funktioniert. Zudem scheinen Genvarianten von Opioid-Rezeptorgenen mitverantwortlich dafür zu sein, dass die Toleranzentwicklung auch bei jedem Menschen anders ausgeprägt ist. Praktisch bedeutet dies, dass bei manchen Patienten einige Präparate weniger gut helfen oder mit starken Nebenwirkungen einhergehen können, während andere Patienten mit dem Präparat gut zurechtkommen. Auch der Bedarf an Opioiden kann deshalb individuell sehr verschieden sein.
Chronische Behandlung mit Opiaten führt zu einer schnellen Abnahme der µ-Opioidrezeptoraktivität. Die molekularen Ursachen dieser Opiattoleranz liegen in einer schnellen Phosphorylierung und Entkopplung des Rezeptors vom G-Protein (ein Protein in der Zytoplasmamembran) sowie einer nachfolgenden Rezeptorinternalisierung (Einschleusung ins Zytoplasma). Die internalisierten Rezeptoren können in den endocytotischen Vesikeln entweder degradiert oder nach Dephosphorylierung wieder in reaktiviertem Zustand in die Membran zurück transportiert werden.
Entscheidend ist, daß es zu einer Zunahme von "pathologischen" µ-Rezeptoren in der Membran kommt. Wahrscheinlich spielen dabei Synaptophysin und PhospholipaseD2 eine entscheidende Rolle indem sie an den µ-Rezeptor binden und dessen Struktur verändern. Diese "pathologischen" Rezeptoren binden Opioide und (körpereigene) Endorphine mit noch größerer Aktivität. Mehr Rezeptoren bedeuten aber auch, dass das Neurotransmittersystem aktiver ist, sodass die Gefühle von Entspannung und Wohlbefinden, die eine Droge vermittelt, stärker sind als bei Menschen mit weniger Rezeptoren. Das bildet schon psychologisch einen verstärkten Anreiz, die Droge ein weiteres Mal einzunehmen. Doch die erhöhte Anzahl von Rezeptoren trägt dazu auch physiologisch bei, indem sie nach dem Abklingen der Wirkung ein stärkeres Gefühl von Verlust, Frustration und Schmerz und damit ein verstärktes "Craving" (Verlangen) nach der Droge bewirkt. Diesem wiederum kann ein impulsiver Mensch weniger widerstehen - ein klassischer Teufelskreis.Weiterhin tritt die Droge in Konkurrenz zum natürlichen Endorphin, dessen Synthese im Gehirn weitgehend eingestellt wird.


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Fern-Ost
Beitrag 17.1.2009, 14:54
Beitrag #27


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Danke schoen, ist zwar eine grosse Aufgabe fuer mich dies nun nach zu vollziehen,
aber ich werde mich da mal dran setzen!
Ist ja immer doch recht schwer als Laie diese Vorgaenge zumindest etwas zu verstehen,
aber dank Internet und Lexika duerften ja zumindest bei all den Fachwoertern ja keine Fragen offen bleiben!


Danke Dir!


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Fern-Ost
Beitrag 22.1.2009, 08:38
Beitrag #28


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@ Achimy,

so, nun habe ich das alles durch gekaut und komme zu dem Fazit das die Rezeptoren "degenerieren".
Nun schreibt aber Practicus:

ZITAT
das hat aber mit "degeneration", also "verschleiss" oder "fehlbildung" nichts zu tun


Dies ist mir irgend wie doch unklar und verwirrt mich, denn wenn sich neue Rezeptoren, mit Fehlern behaftet, bilden
muss es doch eine Degeneration sein, oder wird das dann anders genannt?

Bin da etwas hartnaeckig um den Opiatbefuerwortern den Wind aus den Segeln nehmen zu koennen,
da diese ja immer behaupten diese sind ja sooooooo unschaedlich, veraendere nicht die Genetische Info
und muessten unbedingt in der Psychiatrie eingesetzt werden!


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Practicus
Beitrag 22.1.2009, 20:26
Beitrag #29


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ich habe mir Achimys post auch durchgelesen und komme, ehrlich gesagt, inhaltlich nicht ganz mit.

ich habe mal selber gegoogelt und einiges über die GPC-rezeptoren herausbekommen, zu denen die opioidrezeptoren gehören. diese rezeptoren binden mit ihrem extrazellulären anteil an einen liganden (zB opioid) und mit ihrem intrazellulären anteil an das G-protein, das die intrazellulären effekte vermittelt.

werden die GPCRs über einen längeren Zeitraum aktiviert, wird der intrazelluläre G-protein-bindungsort durch phosphorylierung und andere vorgänge verändert und verliert dadurch die fähigkeit zur weiteren bindung des G-proteins. dieser vorgang führt dazu, dass der rezeptor zwar den liganden bindet, aber keine intrazellulären effekte mehr auslöst. die zelle schützt sich so vor einer beschädigung durch die unphysiologische dauerstimulation eines solchen rezeptors.

allerdings bestehen die GPC-rezeptoren aus 7 protein-helix-stukturen, die auf verschiedene liganden evt unterschiedlich reagieren können, und nur die aktivierten intrazellulären rezeptoranteile können degradiert werden. geringfügig unterschiedliche liganden könnten einen solchen rezeptor erneut aktivieren - das erklärt, warum ein substanzwechsel bei toleranz manchmal so große effekte bringt

eine dauerstimulation eines GPCR führt also zu einer abnahme(!) des effektes, der ligand verliert seine wirkung... wie das jeder opioidabhängige an sich selber beobachten kann.

die rezeptoren degenerieren meiner ansicht nach nicht, sondern daueraktivierte rezeptoren/rezeptorteile werden von der zelle einfach betriebsunfähig gemacht
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usr96675
Beitrag 21.6.2009, 17:37
Beitrag #30


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ZITAT(Practicus @ 4.1.2009, 22:49) *
es wird auch diskutiert, dass eine chronische opioidzufuhr zu einer degeneration des "mesolimbischen systems" im gehirn führt. das limbische system hat etwa die größe einer faust und stellt so etwas wie den "rotlichtbezirk" des gehirns dar, in dem alles gesteuert wird, was mit lust und trieben und belohnung und freude zu tun hat. man spekuliert, dass durch die dauerstimulation synaptische verbindungen in diesem bereich dauerhaft verlorengehen könnten

was für eine zeit ist da mit "dauerhaft" gemeint?


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"Wenn ich etwas nicht sicher weiss, gehe ich immer erstmal davon aus das das, was ich nicht weiss, nicht unbedingt zu meinem Vorteil sein muss - ich weiss es halt nicht"
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Practicus
Beitrag 21.6.2009, 22:17
Beitrag #31


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@kuuhkuuh

"dauerhaft" heisst hier wohl mindestens einige jahre bis lebenslänglich... jedenfalls sind bei hochtoleranten personen anzeichen dafür vorhanden, dass sie zeitlebens auf eine zumindestens minimale opioidzufuhr angewiesen sind, um psychische stabilität erreichen zu können.... ich habe selbst zwei fälle, die seit jahren mit einer tagesdosis von 0.2mg subu behandelt werden, einen entzug dieser xxxs-dosis aber nicht schaffen... beide sind sozial voll integriert, sind vollzeit berufstätig, haben familien mit kindern und führen ein unauffälliges leben ohne szenekontakte...
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usr96675
Beitrag 1.7.2009, 12:12
Beitrag #32


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ZITAT
eine dauerstimulation eines GPCR führt also zu einer abnahme(!) des effektes, der ligand verliert seine wirkung... wie das jeder opioidabhängige an sich selber beobachten kann.


-> das kann also irreversibel sein?


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Fern-Ost
Beitrag 6.7.2009, 08:51
Beitrag #33


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ZITAT(kuuhkuuh @ 1.7.2009, 20:12) *
ZITAT
eine dauerstimulation eines GPCR führt also zu einer abnahme(!) des effektes, der ligand verliert seine wirkung... wie das jeder opioidabhängige an sich selber beobachten kann.


-> das kann also irreversibel sein?


Imo. Ja!
Aber ich bin ein Laie. blacklol.gif
Alle Rezeptoren werden afaik. fortlaufend erneuert, (wie hoch die Lebensdauer ist weiss ich aber noch nicht,
vielleicht weiss das ja jemand aus`m Kopf?).
Dennoch scheint es mir als wenn ein minimum von den Rezeptoren speziell fuer "nicht koerpereigene" Opiate "Reserviert" erscheint,
dies wuerde dann imo. die "Theorie der Opiat-Matritze" (siehe Dr. Zolbin) bestaetigen!

Der Beitrag wurde von Fern-Ost bearbeitet: 6.7.2009, 13:39


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Fentanyl
Beitrag 11.8.2009, 02:56
Beitrag #34


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Nein, Rezeptoren werden AFAIK je nach "Beaufschlagung" mit vielen Opioiden eben nicht- bzw. nur teilweise erneuert, z.B. bei Morphinbehandlung, daher auch die hohe Toleranzbildung. Die körpereigenen Opioide (endogene Liganden), und einige andere Opioide (ich glaube auch Oxycodon) bewirken eine sogenannte Rezeptorendozytose, genaueres dazu findet sich unter diesem Begriff oder allgemein unter "Endocytose" - kurz gesagt bedeutet es, dass ein "abgenutzter" (inaktiver) Rezeptor von der Zellmembran "geschluckt", intrazellulär "reaktiviert" und anschließend wieder "ausgespuckt" wird (stark vereinfacht ausgedrückt!). Dieser Vorgang ist keine Nebenwirkung einiger Opioide, sondern ein körpereigener vorgang, der von bestimmten Opioiden angestoßen wird (oder von einigen unterdrückt, ich müsste mich genauer einlesen, hab aber momentan ein bisschen Zeitdruck, daher nur kurz)!

LG; Fenta


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..:: I'm back, recovered. Escaped from MDPV hell, although this was by far the best stimulant drug I've ever taken ::..

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Fern-Ost
Beitrag 14.8.2009, 03:41
Beitrag #35


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ZITAT(Fentanyl @ 11.8.2009, 10:56) *
Nein, Rezeptoren werden AFAIK je nach "Beaufschlagung" mit vielen Opioiden eben nicht- bzw. nur teilweise erneuert,
z.B. bei Morphinbehandlung, daher auch die hohe Toleranzbildung.


Die Toleranz steigt weil mehr Rezeptoren angelegt werden welche befriedigt werden moechten,
ebenso werden div. Rezeptoren ummoduliert um diese fuer Opioide zugaengig zu machen.
Faellt die Opiat-Zufuhr so werden Rezeptoren abgebaut, die Toleranz sinkt!

ZITAT(Fentanyl @ 11.8.2009, 10:56) *
Die körpereigenen Opioide (endogene Liganden), und einige andere Opioide (ich glaube auch Oxycodon) bewirken eine sogenannte Rezeptorendozytose, genaueres dazu findet sich unter diesem Begriff oder allgemein unter "Endocytose" - kurz gesagt bedeutet es, dass ein "abgenutzter" (inaktiver) Rezeptor von der Zellmembran "geschluckt", intrazellulär "reaktiviert" und anschließend wieder "ausgespuckt" wird (stark vereinfacht ausgedrückt!). Dieser Vorgang ist keine Nebenwirkung einiger Opioide, sondern ein körpereigener vorgang, der von bestimmten Opioiden angestoßen wird (oder von einigen unterdrückt, ich müsste mich genauer einlesen, hab aber momentan ein bisschen Zeitdruck, daher nur kurz)!

LG; Fenta


Werde mich einmal unter diesen Stichwoertern einlesen, domo!


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Hagbard Celine
Beitrag 8.9.2009, 11:30
Beitrag #36


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Ich hab jetzt nicht den ganzen Thread gelesen , hoffe also nichts zu wiederholen aber ich ahbe vor kurzen einen Artikel gelesen in dem es um dieses Thema ging , der vieleicht ganz interresant in dem zusammenhang sein könnte , werde die Presse Version mal hier reinposten nur zur Übersicht , der Fachartikel ist zu lang denke ich.

Das entspricht in etwa dem was Fenta dazu geäussert hat:


...


Wie und warum Opioide, zu denen auch das Morphin gehört, bei chronischer Gabe zu einer Opiattoleranz führen und ob sich das verhindern lässt, haben Magdeburger Pharmakologen um Dr. Thomas Koch untersucht. Sie fanden heraus, dass unterschiedliche Opioidsubstanzen in unterschiedlicher Art und Weise an ein und demselben Rezeptortyp wirken können: Bei einigen Opioiden, so auch bei Morphin, werden die Rezeptoren während einer Langzeitbehandlung ausgeschaltet und bleiben auf Dauer inaktiv - eine erhöhte Toleranz ist die Folge.


Bei anderen Substanzen werden die Rezeptoren internalisiert, in reaktiviertem Zustand wieder in die Membran eingebaut ("recycelt") und stehen wieder neu zur Verfügung - dieser Mechanismus wirkt einer Toleranz entgegen. Für ihre Studie wurden die Forscher mit dem diesjährigen, mit 3500 Euro dotierten, zweiten Preis der Kategorie Grundlagenforschung des Förderpreises für Schmerzforschung ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vergeben von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. Stifterin ist die Grünenthal GmbH (Aachen).

Recycling ist der entscheidende Faktor

Morphin wird seit langem wegen seiner beruhigenden und schmerzlindernden Wirkung geschätzt macht aber auf Dauer abhängig und muss in immer höheren Dosen verabreicht werden um noch wirksam zu sein, weil sich eine wachsende Toleranz einstellt. Morphin und andere Opiate wirken über einen bestimmten Rezeptor, der auch körpereigene Opiode (Endorphine) erkennt und bindet. Während einer Langzeitbehandlung nimmt die Aktivität der Morphin-besetzten Rezeptoren jedoch schnell ab, was maßgeblich zur Toleranzentwicklung beiträgt. "Bei den Endorphinen lässt sich ein Mechanismus beobachten, der bei Morphin nicht eintritt: Die Rezeptorendozytose", erklärt Dr. Koch. Dabei werden die von der Substanz besetzten Rezeptoren nach ihrer Inaktivierung in die Zelle geschleust, dort reaktiviert und "recycelt". Bei chronischer Morphinbehandlung bleiben dagegen inaktivierte Rezeptoren an Ort und Stelle und die Substanz kann am Rezeptor keine Wirkung mehr entfalten. So bildet sich eine schnelle Morphintoleranz aus.

Therapeutischen Einsatz abwägen

Die Forscher konnten an Zellkulturen nachweisen, dass neben den Endorphinen auch andere, in der Klinik eingesetzte Opioide, wie das Fentanyl, Methadon, Piritramid und Sufentanil eine Rezeptorendozytose auslösen können. Sie stellten fest, dass Opioide mit einer hohen endozytotischen Potenz zu einer verzögerten Tolerenzentwicklung im Zellmodell führten. "Aufgrund dieser negativen Korrelation zwischen endozytotischer Potenz und ausgelöster Toleranzentwicklung könnte man annehmen, dass sich endozytosefähige Wirkstoffe besser für eine Langzeittherapie eignen", berichtet Dr. Koch, "allerdings ergreift der Körper aufgrund der fehlenden Abschaltung der Rezeptoren auf zellulärer Ebene Gegenmaßnahmen, die zu einer erhöhten Abhängigkeit von der jeweiligen Substanz führen können." Ob endozytierende Agonisten tatsächlich für die Langzeittherapie besser geeignet sind, muss daher in weiterführenden in vivo Studien eingehender untersucht werden.





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Dr-Shaggy
Beitrag 7.10.2009, 13:17
Beitrag #37


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wenn oxycodon die rezeptoren "aufbeareitet" warum steigt dann die toleranz so extrem schnell an?


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Fern-Ost
Beitrag 9.10.2009, 18:10
Beitrag #38


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@ Hagbard, hast Du da noch die Quelle zur Hand, weil das nicht meinen Aktuellen Wissensstand entspricht
und hyper interessant ist!

Dachte immer, wie viele andere auch, das mehr Rezeptoren entstehen!


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Hagbard Celine
Beitrag 15.10.2009, 23:21
Beitrag #39


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Oh sorry hab den Thread erst jetzt wieder "entdeckt"

im Prinzip ist das alles was ich dazu gefunden habe , war nur eine kleine Pressemitteilung über die Arbeit zweier Wissenschaftler.

Die haben auch einen kleinen Preis dafür eingeheimst , vielicht gibt es ihre Arbeit ja online ?

ich gugg mal schnell

...

hab auf die schnelle nur die kontacktdaten von denen entdeckt:

Ansprechpartner:

---ich habe an dieser Stelle die Kontaktdaden rauseditiert , fand es im nachinein nicht angemessen die hier zu veröffentlichen , kann aber von jedem gegoogelt werden ---

vielicht schreib ich denen mal eine Mail um nach ihrer Untersuchung zu fragen , wobei ich denke das die das skript eher "vermarkten" möchten oder eben nur in ihrer Fachschaft weitergeben , aber fragen kostet ja nix blacklol.gif ich berichte wenn ich etwas herausgefunden habe.

lg

Hagbart

edit2: ich habe eben eine sehr höfliche Mail geschickt , mal schauen ob ich eien Antwort bekomme ?!

Der Beitrag wurde von Hagbard Celine bearbeitet: 15.10.2009, 23:46


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Hagbard Celine
Beitrag 15.10.2009, 23:52
Beitrag #40


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hm überlege gerade das der beschrieben efekt dafür verantwortlich sein könnte das Substanzen wie das im Kratom vorkommende Mitragyne eine sehr langsame Tolleranzentwicklung hat.

Das Alkaloid ist ja jetzt schon länger im Fokus der Pharmas .

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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 19.10.2017 - 17:21