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Das Gehirn im Griff der Sucht, Wie entsteht Sucht im Gehirn
Achimy
Beitrag 6.2.2009, 14:15
Beitrag #1


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Das Gehirn im Griff der Sucht


Ich habe aus verschiedenen Zeitschriften und Publikationen einmal zusammengefasst, welche Vorgänge im Gehirn zur Sucht führen und uns von den Drogen
so schwer loskommen lassen. Ich habe soweit wie möglich Fremdwörter weggelassen und versucht das sehr komplexe Thema möglichst einfach darzustellen.


Im ersten Schritt der Abhängigkeit konsumiert das Opfer mehr Wirkstoff (Kokain, Opiate, etc) als sein unvorbereiteter Hirnstoffwechsel es verkraftet. Das Gehirn reagiert nach gewisser Zeit mit "Abstumpfung". Das Suchtmittel wirkt erst in immer höheren Dosen, und was viel schlimmer ist: Die Schaltungen für die guten Gefühle werden insgesamt unempfindlicher für die schönen Dinge im Leben. Mit den körperlichen Entzugssystemen fertig zu werden ist relativ einfach, auch wenn die ersten Schritte in der Abstinenz bei einigen Drogenabhängigen ärztlich überwacht werden müssen.Wer nun aber glaubt, daß er/sie es geschafft hat, wird jedoch oft bitter enttäuscht.
Während sich das Gehirn im ersten Schritt der Abhängigkeit noch auf die Wirkung der Opioide einstellt, bahnt sich nämlich der zweite Akt an: In seinem Verlauf verliert der Wunsch nach Genuss an Bedeutung. An seine Stelle tritt ein wildes, unkontrolliertes Verlangen. Verantwortlich hierfür ist das dopaminerge Belohnungssystem , das uns Lust und Antrieb zum Handeln vermittelt. Der Nucleus accumbens (es handelt sich um eine kernreiche Struktur im unteren Vorderhirn) spielt eine zentrale Rolle im "Belohnungssystem" des Gehirns sowie bei der Entstehung von Sucht. Das Dopamin hat nicht nur die Funktion der Belohnung, sondern auch die Funktion der Motivation und des Anreizes. Der Hungerreiz beispielsweise führt uns zum Kühlschrank in die Küche. Hunger und Kühlschrank sind stark aufeinander bezogen, so dass anderseits allein schon der Gang zum Kühlschrank ein Hungergefühl auslösen kann. Ja, bereits der Gedanke an Kühlschrank und Nahrungsmittel kann dies bewirken:

Beim Suchtverhalten zeigt sich dieser Mechanismus in extremer Ausprägung. Viele Suchtmittel zielen genau darauf ab, das dopaminerge Belohnungssystem und Anreizsystem zu aktivieren. Die positiven Erfahrungen führen zu einer stärkeren Sensibilisierung des Anreizsystems, das schliesslich auf immer geringere Reize zu reagieren beginnt. Eine Sättigung bleibt aus, das Anreizsystem wird zum Kreislauf von Anreiz, Konsumation, Belohnung, Anreiz usw. Die Reaktion des Belohnungssystems fällt durch die dauernde Beanspruchung und Gewöhnung immer geringer aus, so dass die Dosierung gesteigert werden muß. So nimmt dieser Kreislauf auch an Intensität laufend zu.

Je mehr Dopamin im Hirn zirkuliert (s.Bild), desto erstrebenswerter erscheint das Ziel. Alle Drogen tricksen das Gehirn aus. Und zwar nicht nur in dem sie dem Gehirn Genüsse vorgaukeln, sondern auch indem sie den Dopaminspiegel ansteigen lassen. Erst das macht sie so gefährlich.
Sucht ist Lernen auf Abwegen. Und ebenso wie man seine Muttersprache niemals vergisst, bleibt Menschen die Programmierung auf eine Droge für immer erhalten. Wenn die Hirnfunktionen ausser Kontrolle geraten, wird die Abhängigkeit unwiderruflich: dies ist die erschreckende Einsicht, welche die Suchtforscher in den vergangenen Jahren gewannen. Sie erklärt, warum der einmal einem starken Opioid verfallen ist, so schwer seine Freiheit wiedergewinnt.

Abhängigkeit entsteht, indem die Droge das Gehirn umprogrammiert. Denn Opioide verändern Schaltungen, mit denen wir lernen. Und so wie man seine Muttersprache nicht verlernt, bleibt auch die Programmierung auf eine Droge für immer bestehen. Das sogenannte Belohnungsystem setzt sich aus mehreren miteinander verketteten Zentren an der Unterseite des Großhirns zusammen. Wenn ein Reiz dem Organismus nützlich erscheint, vermittelt es die Erfahrung von Lust und Genuss. Dabei wird Dopamin ausgeschüttet und in der vorderen Großhirnrinde verteilt. Inhibitorische Neurone (Neurone, die hemmend auf die Dopaminausschüttung wirken) werden aktiviert, damit der normale Dopaminausstoß unterdrückt wird. Suchtmittel (Opioide, Kokain) erzeugen heftige Dopaminsstöße auf chemischem Weg. Dabei ist entscheidend, daß Opioide die Bremse der inhibitorischen Neurone lösen, so daß ungewöhnlich hohe und lange Dopaminspiegel auf das Gehirn einwirken.Weiterhin hat man festgestellt, daß Kokain und Opioide den Rücktransport von Dopamin innerhalb des synaptischen Spaltes blockieren. An diesem Vorgang ist ein komplizierter Transduktionsmechanismus beteiligt, in den sowohl der Opiatrezeptor, inhibitorische G-Proteine und zelluläre 'Hitzeschock'-Proteine(MAP, HSP 70, etc) beteiligt sind. Dadurch passen sich die Neuronen an den Überschuss an. Zunächst reduzieren sie die Dopaminrezeptoren- dies schwächt die Ausbreitung von elektrischen Impulsen an der praesynaptischen Membran ab. Gleichzeitig wird der natürliche Dopaminausstoß gedrosselt.

Bleibt nun die Droge aus, ist ungewöhnlich wenig Dopamin vorhanden. Entzugserscheinungen stellen sich ein. Während die Gewöhnung an die Droge nach wenigen Tagen wieder zurückgeht, bleibt das Suchtverhältnis bestehen. Außerdem reagieren die Nervenzellen noch monate- oder gar jahrelang sensibel auf die Droge.

Literatur:

Neurobiological substrates for the dark side of compulsivity in addiction.
Koob GF.
Neuropharmacology. 2009;56 Suppl 1:18-31. Epub 2008 Aug 7.
PMID: 18725236

Opiate and cocaine addiction: from bench to clinic and back to the bench.
Kreek MJ, Zhou Y, Butelman ER, Levran O.
Curr Opin Pharmacol. 2009 Jan 18. [Epub ahead of print]
PMID: 19155191

Involvement of dopamine and opioids in the motivation to eat: influence of palatability, homeostatic state, and behavioral paradigms.
Barbano MF, Le Saux M, Cador M.
Psychopharmacology (Berl). 2008 Nov 18. [Epub ahead of print]
PMID: 19015837


The presence of endogenous morphine signaling in animals.
Stefano GB, Cadet P, Kream RM, Zhu W.
Neurochem Res. 2008 Oct;33(10):1933-9. Epub 2008 Sep 6. Review.
PMID: 18777209


Der Beitrag wurde von Achimy bearbeitet: 7.2.2009, 12:37


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Practicus
Beitrag 7.2.2009, 17:26
Beitrag #2


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ich habe ein großes problem mit solchen dingen mit dem etikett "dauerhaft" oder "irreversibel".... zumal diese immer mit dem zusatz "vermutlich" versehen sind...

wären diese angaben richtig, gäbe es keine abstinenten suchtkranken und keine möglichkeit, einen unbeabsichtigten kontakt mit dem suchtstoff unbeschadet zu überstehen.

da es aber menschen gibt, die nach jahre- oder jahrezehntelanger abhängigkeit von opioiden abstinent leben und ohne rückfälle mohnprodukte essen, sogar codein oder sonstige opioide als indizierte arzneimittel einnehmen können, ohne rückfall einer ganz normalen anaesthesie mit opioidanalgesie über viele tage unterzogen werden können, sind diese thesen bereits widerlegt...

das berühmte "suchtgedächtnis" wird zwar hypothetisch von vielen autoren immer wieder beschrieben, die sich damit das suchtverständnis der anonymen alkoholiker aus den 30er jahren des 20. jhd zueigen machen, konnte aber noch nie so richtig dingfest gemacht werden.

und DIESE these ist durch us-untersuchungen hinreichend widerlegt, die über einen zeitraum von bis zu 16 jahren belegen, dass zwischen 5% und 30% der behandelten personen mit alkoholabhängigkeit zu einem "normalen" und sozialverträglichen konsummuster zurückkehren, was nach dem "suchtgedächtnismodell" unmöglich sein müsste!

solange das "standardmodell der abhängigkeit" solche verläufe nicht erklären kann, vielmehr für "unmöglich" hält, stimmt das ganze theoretische gebäude nicht.. egal, welche moleküle woran beteiligt sind!

gruß

praxx
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Fern-Ost
Beitrag 8.2.2009, 03:49
Beitrag #3


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@ Practicus,

wie erklaerst Du dir dann die Wirkung verschiedener Schluesselreize wie Visuelle Dinge oder gar Gerueche?

Ich bin ja nun schon relativ lange total Clean von Crack, dennoch reichen ein paar Gerueche aus um mich direkt wieder an Stoff denken zu lassen!


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Narkoomi
Beitrag 8.2.2009, 08:20
Beitrag #4


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Ich habe ja schon mal irgendwo geschrieben, dass ich der Ansicht bin, dass sich das menschliche Gehirn weder "entgültig" erforschen lassen wird...und das ist gut so. Kann mich an eine Berichterstattung des Sterns (hab das auch als Sonderheft im Keller liegen) erinnern, in dem von wissentschaftlicher Seite aus behauptet wurde, dass das menschliche Gehirn von Natur aus "Scharf auf Rausch" ist. Finde schon, das da was wahres dran ist, angefangen beim Sport, der ja auch Glücksgefühle rausholt bis hin zu Drogen...warum der eine abhängig wird und der andere nicht, tja, das ist wohl das Rätsel schlechhin.Mir geht es ja genauso wie z.B. Sonne(sorry, dass ich Dich hier erwähne)...ich "muß" auch manchmal einfach außer meinem Methadon was "törnen"..der Drang ist einfach da.Aber ich hüte mich, das i.v. zu machen, daran halte ich mich bis heute.
Was diese Suchtgedächtnisgeschichte hier betrifft, so bin ich auch der Meinung, es läßt sich nicht mal eben irgendwas löschen (wie uns z.B. Dr. Zobin weißmachen will), ich greife hier einfach mal zurück auf die "These der Morphinisten-Seite", dass es einfach Menschen gibt, die keine Probleme damit haben, mit Opioid einfach wieder aufzuhören (auch nach langer Zeit nicht)..Schmerzpatienten eventuell oder Patienten, die nach OP´s wochenlang starke Opi´s bekommen haben (selbst schon gesehen) und halt Leute (wie wir),bei denen sich das bzw. die Sucht einfach sooo eingebrannt hat, dass das Gehirn es nie mehr vergisst.....um es mal so auszudrücken.
Ich persönlich bin ja bei diesen wissentschaftlichen Sachen immer sehr skeptisch....halt: Theorie und Praxis...trotz der sog.Studien etc. pp...die Erfahrung spricht für sich und ich denke, da kann Praxx auch ganz gut an vorderster Front mitreden.
Grüße an alle

Der Beitrag wurde von Narkoomi bearbeitet: 8.2.2009, 08:22


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Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht. Doch der Haifisch lebt im Wasser, so die Tränen sieht man nicht.
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Practicus
Beitrag 8.2.2009, 16:44
Beitrag #5


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ZITAT(Fern-Ost @ 8.2.2009, 03:49) *
@ Practicus,

wie erklaerst Du dir dann die Wirkung verschiedener Schluesselreize wie Visuelle Dinge oder gar Gerueche?

Ich bin ja nun schon relativ lange total Clean von Crack, dennoch reichen ein paar Gerueche aus um mich direkt wieder an Stoff denken zu lassen!


dafür braucht es kein spezielles "suchtgedächtnis"... das gehirn speichert immer die komplexe wahrnehmung im gedächtnis, und natürlich erinnert dich der geruch von kokain an das ganz intensiv empfundene konsumerlebnis - aber das ist doch kein molekular fixierter schalter, der dich sofort wieder konsumieren läßt! du musst doch auch nicht sofort sex haben, wenn du den bolero hörst!

je länger solch ein "schlüsselreiz" zurückliegt, desto schwächer wird sein effekt auf deine aktuelle stimmung und befindlichkeit... positiv wie negativ...

gerade bei kokain ist das ja besonders ausgeprägt... wenn du vor kurzem konsumiert hast, riecht die ganze welt nach koks... vor allem zweitakter riechen, als hätten sie koks im tank...

wenn nach jahren noch solche effekte bei dir auftreten, bestätigt das nur, was du immer von dir schreibst: du hast nicht die abstinenz gewählt, du hast eine umgebung gewählt, die dir keinen konsum erlaubt - aber wohin du auch gehst, du musst dich mitnehmen und deine bedürfnisse

gruß

praxx


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Achimy
Beitrag 9.2.2009, 13:23
Beitrag #6


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Schön, daß das Thema auf soviel Interesse stösst. Das Phänomen "Suchtgedächtnis" habe ich mir nicht aus den eigenen Fingern gesaugt, sondern teilweise den genannten Publikationen entnommen (siehe kleingedruckte Literaturangaben oben). Die Frage wie Sucht entsteht ist bis heute nicht restlos geklärt. Es stehen sich prinzipiell 2 Auffassungen gegenüber. Viele neurochemisch ausgerichtete Forscher favorisieren das Konzept einer neuroadaptiven Regulation. Demnach passen sich die Neurone an die Gegenwart der Droge durch regulative Veränderung der Genexpression an. Solche Vorgänge sind mehrfach beschrieben worden, sie können den Drogenentzug langfristig überdauern und kommen damit als Verursacher der Sucht in Frage. Demgegenüger gehen die Verfechter des Suchtgedächtnisses (dazu gehöre ich) davon aus, daß das Gehirn den Umgang mit den Opioiden oder Kokain erlernt. Dazu gehören nicht einmal die pharmakologischen Effekte der Substanz, sondern deren drogenspezifische Reize, Drogensuchtverhalten, Wirkerwartungen etc. Alle diese Effekte sind im Suchtgedächtnis miteinander verknüpft.

Vielleicht ganz interessant sind volgende Links:

http://medi-report.de/nachrichten/2000/04/20000404-02.htm
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sa...6626/index.html


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Fern-Ost
Beitrag 9.2.2009, 15:20
Beitrag #7


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Ich bin ja schon irgendwie ein Verfechter der Feinstofflichen Erklaerung,
natuerlich gepaart mit der Neurochemischen Variante!
Beides zu trennen wuerde dem Thema imo. nicht gerecht werden.

@ Achimy,

diese Genexpression hast Du ja schon beschrieben,
kann man dazu mehr in den von Dir angegebenen Quellen lesen?

@Prax.
mein letzter Stein-Konsum liegt nun wirklich lange Zeit zurueck, ca. 5,5 Jahre.
Dennoch gibt es diese ganz kurzen Augenblicke wo man/ ich mein-t Crack zu riechen,
obwohl es dafuer ja gar keinen Anlass gibt.
Kann es nicht doch sein das es eine Art der Halluzination ist?
Und welche Ursachen hat diese wenn nicht eine Neurochemische Erklaerung im Sinne von Achimy?

mfg

Der Beitrag wurde von Fern-Ost bearbeitet: 9.2.2009, 15:22


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Practicus
Beitrag 9.2.2009, 18:39
Beitrag #8


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es geht hier um die frage, ob ein spezielles suchtgedächtnis existiert, das sich substanziell vom "normalen" gedächtnis unterscheidet!

bisher ist überhaupt noch nicht geklärt, wie "gedächtnis" überhaupt funktioniert... und selbst die genaueste aufklärung des aufbaus zB der sehrinde bis in die letzte synapse und die letzten molekularen feinheiten könnte nicht erklären, wie eine kuh einen bullen von einem kuhfladen unterscheidet.

nach heutiger forschungsmeinung verarbeitet das gehirn ALLE informationen, die über rückenmark und hirnnerven hineingelangen, und speichert sie dauerhaft... von allen 50.000 mio nervenfasern mit einer frequenz von 20-50 Hz also täglich etwa 16 PB (1 petabyte=1000 Terabyte), die speicherkapazität des gehirns wird auf 10^80 bytes geschätzt...

wahrscheinlich werden suchtstoff-assoziierte gedächtnisinhalte nicht anders gespeichert als alle anderen auch, sie werden nur möglicherweise wegen der durchdringung des alltags durch den konsum durch zahlreichere erlebnismuster aufgerufen... etwa vergleichbar mit den erinnerungen an den ersten sex, den ersten kopfsprung ins wasser uvm...

die konstruktion eines speziellen suchtgedächtnisses verurteilt suchtkranke zu lebenslanger substanzabhängigkeit, gegen die sie sich nicht wehren können... eine gruselige vorstellung, gsd gibt es keinen beleg für diese annahme!

gruß

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Fentanyl
Beitrag 9.2.2009, 23:38
Beitrag #9


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Alles, was im ersten Beitrag steht, sehe ich seit etlichen Jahren genauso, ohne es je irgendwo gelesen zu haben - man kann sich nämlich alles wunderbar durch Experimente herleiten. Auch die Aussage, dass eine Abhängigkeit praktisch immer bestehen bleibt, ist für mich durch eigene Versuche und Gespräche mit bestimmt fast 1000 Menschen eine erwiesene Sache.
Dass es Menschen gibt, die lange abstinent leben, tut dem keinen Abbruch: Nur, weil man mal Abhängig war und diese Abhängigkeit in gewisser form fortbesteht, heißt das ja nicht, dass man sich überhaupt nicht mehr beherrschen und dem Drang widersetzen kann - die Meisten schaffen das zwar nicht oder erst spät, aber es gibt natürlich auch einen gewissen Prozentsatz von Personen, die Willensstärker sind oder "leichter vergessen" bzw. dissoziieren können. Die abhängigkeit hat dann einen anderen Stellenwert und einige schaffen es sogar, diesen Stellenwert immer weiter sinken zu lassen.
Natürlich hängt dies auch davon ab, wieviele Assoziationen man zu der Droge hat: Für jemanden wie mich, bei dem defacto alles mit Opioiden assoziiert ist, ist es viel schwieriger, als für jemandem, der nur immer in einem ganz begrenzten Rahmen konsumiert hat!
Was soll die Abhängigkeit denn sein, wenn keine Assoziation? Wäre es nicht so, dann wäre es spielend einfach, von der Droge wegzukommen. Und solange man nicht Alzheimer oder so hat, vergisst man erfahrene Gefühle auch nicht, dass muss ja wohl jedem hier klar sein! Natürlich gibt es nicht sowas wie ein gesondertes "suchtgedächtnis" - es ist unser normales Gedächtnis, was diese Assoziationen speichert! Aus genau diesem Grund habe ich auch ein arges Problem mit der Aussage, Sucht sei "eine Krankheit"! Meiner Ansicht nach ist Sucht lediglich die negative Nebenwirkung eines Mechanismus, den alle höheren Lebewesen haben. Da ist insofern nichts Krank, sondern es ist schlicht und einfach ein Lernfehler

Diese Sache mit den Assoziationen erleben wir auch bei Erinnerungen und Musik: Eine bestimmte Musik kann auch nach 70 jahren noch die Gefühle hervorrufen, die man zum Zeitpunkt der Assoziationsmanifestation empfunden hat!

Auch die Aussage, man empfinde als abhängiger "normale schöne Dinge" nicht mehr als so schön wie ein nicht-Abhängiger, ist absolut korrekt! Es gibt sogar (AFAIK MRT-)Aufnahmen, die Zeigen, dass das Belohnungssystem bei abhängigen viel weniger arbeitet, als bei nicht-Abhängigen!

LG; Fenta


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Achimy
Beitrag 10.2.2009, 12:33
Beitrag #10


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Wir haben das Dopamin als einen Antriebsmotor im Gehirn des Menschen entdeckt. Es sorgt dafür, daß bei jeder, sich bietenden Gelegenheit, eine Droge zu konsumieren, die innere Stimme sagt: „Mach schon! Nimm es!“. Als Gelegenheit haben wir eine Situation bezeichnet, die der ähnlich ist, bei der bereits in der Vergangenheit erfolgreich zur Droge gegriffen wurde. Die Anzahl, der im Gehirn gespeicherten Gelegenheiten, richtet sich folglich nach der Häufigkeit des Drogenkonsums. Ein Kettenraucher hat mehr solcher Situationen, als ein Gelegenheitskokser. Im Zuge der erhöhten Dopaminkonzentration entsteht beim Konsumenten automatisch ein Gefühl der „Lust auf Drogen“. Es ist schwer für ihn, dieses Gefühl abzuschalten und er spürt die Machtlosigkeit gegenüber dem „inneren Drang“ die Droge einnehmen zu müssen. Forscher bezeichnen genau diesen Drang als „Suchtgedächtnis“.

@Fern-Ost:"Veranlagungen in der Gehirnstruktur könnten die Neigung zum Drogenkonsum bedingen. In Versuchen mit Ratten konnten Wissenschaftler der University of Cambridge zeigen, dass Tiere mit einer geringen Dichte von Dopamin-Rezeptoren verstärkt den Kontakt zu Drogen suchten. Diese Gehirnstrukturen waren schon angelegt, bevor die Tiere zum ersten Mal mit Drogen in Berührung kamen. Die Forscher gehen davon aus, dass eine genetische Veranlagung auch beim Menschen die Affinität zu Drogen beeinflusst. Eine Behandlung zur Verringerung der Auswirkungen erscheine möglich, ein Test für die Anfälligkeit auf Drogen sei jedoch eher unwahrscheinlich, schreiben die Wissenschaftler in der renommierten Zeitschrift ,Science'."

Der Beitrag wurde von Achimy bearbeitet: 10.2.2009, 13:27


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Fern-Ost
Beitrag 10.2.2009, 12:53
Beitrag #11


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Ich hatte dies hier ja schon einmal verlinkt:
Besuche meine Interneteite
(Neurobiologie der Sucht)

Wenn das aber so ist wie dargestellt muss es doch eine medikamentoese Moeglichkeit geben diese "Information" loeschen zu lassen?!!?
Womit ich wieder bei dem Dr. Zolbin bin: Wenn es ein Suchtgedaechniss gibt muss es doch beeinflussbar sein,
ist es aber dies so gibt es ja doch den gewuenschten Reset-Knopf?!!? noplan.gif

mfg

Der Beitrag wurde von Fern-Ost bearbeitet: 10.2.2009, 12:55


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Achimy
Beitrag 10.2.2009, 13:25
Beitrag #12


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ZITAT(Fern-Ost @ 10.2.2009, 12:53) *
Wenn das aber so ist wie dargestellt muss es doch eine medikamentoese Moeglichkeit geben diese "Information" loeschen zu lassen?!!?
Womit ich wieder bei dem Dr. Zolbin bin: Wenn es ein Suchtgedaechniss gibt muss es doch beeinflussbar sein,
ist es aber dies so gibt es ja doch den gewuenschten Reset-Knopf?!!? noplan.gif


Das genau ist die Frage: Kann man das Suchtgedächtnis löschen oder nicht. Ich wäre da noch sehr skeptisch. Wie Du vielleicht weißt, arbeiten - neben Dr. Zolbin- verschiedene Arbeitsgruppen daran, den "Reset-Knopf" zu finden. Heroinabhängige, werden mit zwei bereits zugelassenen Medikamenten, einem Opiat- und einem stressinduzierenden Glucocorticoidpräparat (Corticosteron), behandelt. In der ersten Woche nehmen sie nur das Corticosteron ein, es sensibilisiert angeblich das Gedächtnis für die Rückprägung. In der zweiten Woche wird das Corticosteron zusammen mit dem Opiat verabreicht. Bei Ratten ist dieses Verfahren sehr erfolgreich. Beim Menschen gibt es erste erfolgreiche Ergebnisse- aber längst nicht alle werden geheilt ! Ich denke, es wird noch Jahre dauern bis der entscheidende Durchbruch gefunden wird...

P.S.: Großes Kompliment für Deine Seite- wirklich sehr informativ !

Der Beitrag wurde von Achimy bearbeitet: 10.2.2009, 13:28


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Fentanyl
Beitrag 10.2.2009, 14:13
Beitrag #13


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@Achimy: Daher hat MDPV ja auch so ein starkes Abhängigkeitspotential: Es erhöht den Dopaminspiegel direkt und induziert dadurch Euphorie!

Zu dem "Suchtbedächtnis": Bei der physischen Seite kann man mit einfachen Medikamenten evtl. was machen, bei der psychischen höchstens mit Psychopharmaka oder Halluzinogenen (z.B. Ibogain). Die eigentliche Erinnerung wird aber immer bleiben und solange man keine Möglichkeit gefunden hat, Erinnerungen gezielt zu löschen, wird man auch eine Abhängigkeit nicht "entfernen" können!

Diesen Dr. Zolbin halte ich persönlich für einen Quacksalber! Wenn er wirklich eine gute Methode gefunden hat, soll er sie patentieren lassen und offenlegen - mit ALLEN Details! Vorher glaub ich da nicht dran - zumindest nicht, dass es nicht eine von diesen Naltrexon-ähnlichen Methoden ist!

MfG; Fenta


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Achimy
Beitrag 10.2.2009, 14:36
Beitrag #14


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ZITAT(Fentanyl @ 10.2.2009, 14:13) *
@Achimy: Daher hat MDPV ja auch so ein starkes Abhängigkeitspotential: Es erhöht den Dopaminspiegel direkt und induziert dadurch Euphorie!

Zu dem "Suchtbedächtnis": Bei der physischen Seite kann man mit einfachen Medikamenten evtl. was machen, bei der psychischen höchstens mit Psychopharmaka oder Halluzinogenen (z.B. Ibogain). Die eigentliche Erinnerung wird aber immer bleiben und solange man keine Möglichkeit gefunden hat, Erinnerungen gezielt zu löschen, wird man auch eine Abhängigkeit nicht "entfernen" können!

Diesen Dr. Zolbin halte ich persönlich für einen Quacksalber! Wenn er wirklich eine gute Methode gefunden hat, soll er sie patentieren lassen und offenlegen - mit ALLEN Details! Vorher glaub ich da nicht dran - zumindest nicht, dass es nicht eine von diesen Naltrexon-ähnlichen Methoden ist!

MfG; Fenta


Ja, dem ist nichts hinzuzufügen- der gleichen Meinung bin ich auch !

Bye4now,
Achimy


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Fern-Ost
Beitrag 10.2.2009, 14:50
Beitrag #15


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ZITAT(Fentanyl @ 10.2.2009, 22:13) *
Diesen Dr. Zolbin halte ich persönlich für einen Quacksalber! Wenn er wirklich eine gute Methode gefunden hat, soll er sie patentieren lassen und offenlegen - mit ALLEN Details! Vorher glaub ich da nicht dran - zumindest nicht, dass es nicht eine von diesen Naltrexon-ähnlichen Methoden ist!


Ich kann es nicht so abschaetzen, dennoch muss man anerkennen das Er ziemlich grosse Erfahrung auf diesen Gebiet hat,
wenn nicht sogar die groesste in bezug auf das "Lebende Objekt".
Er behandelt nun schon seit ueber 25 Jahren Menschen mit einer Suchterkrankung,
da bleibt es einfach nicht mehr aus eigene Wege einzuschlagen!

Meine Meinung warum er seine Behandlungsweise nicht publik macht liegt darin das es sich um eine millitaerische Sache dreht,
er kommt ja aus den Russischen Streitkraeften und hat Erfahrung mit Biologischer Kriegsfuehrung!
(quelle: seine eigene Seite, die der Schweiz und der Spiegel)


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Fentanyl
Beitrag 10.2.2009, 16:27
Beitrag #16


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Sehe ich anders: Wenn die Methode wirklich so toll wäre, könnte er einfach aus Russland ausreisen und könnte woanders ein Vermögen damit machen. Und Quantitativ mag die Erfahrung von ihm sein - die Frage ist nur: Ist sie auch ebenso qualitativ? Da hab ich so meine Zweifel!

Außerdem: Wenn es stimmt, was er behauptet, ist die Methode übelster Mist, weil sie gegen die psychische Abhängigkeit kein bisschen hilft und dem Patienten eine gescheite Anästhesie (bei langen OPs) oder Schmerztherapie unmöglich macht!

MfG; Fenta


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Practicus
Beitrag 11.2.2009, 23:24
Beitrag #17


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in der medizin gibt es im allgemeinen ganz einfache regeln, wann eine behandlungsmethode als wirksam anerkannt wird:

die methode muss wissenschaftlich begründet sein

der nutzen der methode muss im vergleich gegen placebo und/oder die bisherigen standarmethoden statistisch signifikant entweder besser wirksam oder bei gleicher wirksamkeit besser verträglich sein

die grundlagen der methode müssen öffentlich zugänglich sein

die methode muss von jedem entsprechend ausgebildeten arzt mit gleichem erfolg angewendet werden können

alle "heilmethoden", die angeblich geheimen militärischen entwicklungen entstammen und deren grundlagen deshalb nicht öffentlich zugänglich gemacht werden dürfen, sind deshalb grundsätzlich auf scharlatanerie verdächtig...

insbesondere müsste dann ja auch hinterfagt werden, warum die russische armee ihre heroinsüchtigen veteranen unter erbärmlichsten umständen dahinvegetieren lässt, wenn eine wirksame behandlungsmethode verfügbar und- über deren weltweite vermarktung - auch finanzierbar wäre...

verglichen mit den westlichen ländern ist die behandlung und versorgung heroinabhängiger menschen in der früheren sowjetunion erbärmlich schlecht und menschenverachtend

bemerkenswert ist übrigens der umstand, dass dr. zolbin eigenartiger weise nur in laienmedien veröffentlicht und der wissenschaftlichen diskussion seiner methode dann mit dem hinweis auf die geheimhaltungspflicht zu entrinnen versucht... seine pseudowissenschaftlichen theorien hat er bisher nur vor einem nicht mit der materie vertrauten publikum erklärt (wozu ich auch die in der patientenversorgung tätigen, mit der molekularbiologie kaum sehr vertrauten ärzte zähle!)

gedächtnisinhalte können bekanntlich nicht gelöscht werden, aber sie können - wie zB in der traumetherapie alltäglich - so in die gesamtpersönlichkeit integriert werden, dass sie keinen bestimmenden einfluss mehr auf das alltagserleben ausüben...

das gilt auch für das spezielle konstrukt des "suchtgedächtnisses" - sonst könnte kein ehemals abhängiger ein befriedigendes drogenfreies leben führen... jeder einzelne abhängige, der im späteren leben problemlos mit opioid-analgetica umgehen kann, ist ein beweis für die nicht-existenz dieses konstrukts, und davon gibt es eine ganze menge....

gruß

praxx
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Fern-Ost
Beitrag 16.2.2009, 18:53
Beitrag #18


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Mal hier nicht einschlafen lassem,
da es sehr interessant ist! hehe.gif

ZITAT
Genetics of Drug Addiction: The Memory Connection


Some people are more susceptible to drug addiction disorders than others.
One person can use a prescription opioid repeatedly for pain, and stop its use once the pain subsides,
without becoming addicted. Another may become dependent and crave opioids after relatively few exposures.

Why do some people become addicted, others not?
Studies of identical twins indicate that as much as half of an individual’s risk of becoming addicted to opioids or other drugs depends on genetic makeup.
The other half of addiction-risk results from environmental factors such as external conditions, friends, family, and associates.
If drugs are not available, a person with a genetic susceptibility cannot develop an addiction disorder.
And someone who is not genetically predisposed may develop an addiction disorder if influenced by peer pressure to experiment repeatedly with an addicting drug.

The Role of Genes
Genes are the functional units of our DNA. They provide the information that directs our bodies’ basic cellular activities.
Almost all the genes in two individuals are identical.
But 0.1 percent of the genes have minor but profoundly important differences (also referred to as variants).
These gene variants contribute to visible differences between individuals, like height and hair color, and to invisible differences, such as increased risk of addiction.

Some disorders, such as cystic fibrosis, are caused by an error in a single gene.
Medical research has been strikingly successful at unraveling the mechanisms of these single-gene disorders.
But most diseases, including addiction, are more complicated; variations in many different genes contribute to an individual’s overall level of risk or resistance.

Perhaps as many as 100 of our 30,000 genes are involved in susceptibility to drug misuse and dependence.
Genes can affect how the body reacts to drugs, how quickly a drug is metabolized,
how difficult it is to stop taking the drug, and how severe the withdrawal process will be.

Genetics plays a role in all addiction disorders, not just opioid addiction.
Genes involved in susceptibility to addiction are not necessarily unique to a given drug.
Some people become dependent on several drugs; others become dependent on one drug, but are not at greater risk of susceptibility to other drugs.
Genes: The Memory Connection to Addiction

Dr. George Uhl and colleagues at the National Institute on Drug Abuse (NIDA) analyzed almost 1,000 DNA samples between 1990 and 2005.
Of the 89 genes associated with drug abuse, the team was most interested in 21 genes, most of which are linked to active regions in the brain that play roles in memory. According to Dr. Uhl, “Finding this group of gene variants in people who are dependent on addictive substances underscores the important role memory plays in addiction and will help us understand why addicts can relapse decades after their last use of an addictive drug.”

Dr. Uhl suggests that addiction involves how the body reacts to drugs. Explicit memory is immediate and conscious.
Implicit memory, in contrast, influences our behavior unconsciously.
"Remembering what you need to pick up from the store tonight is a good example of explicit memory," Dr. Uhl says.
"But if you are considering those items while you are driving to work and suddenly realize you've gone 10 miles along your route without thinking about it, your implicit memory system is what got you there."

When vulnerable people feel the effects of an addictive drug, Dr. Uhl suggests, their brains may store that experience deep in the implicit-memory system.
“Implicit memory may play a more important role than euphoria in the long-term story of a drug addiction.
" He further elaborates: "Although drug highs produced by the brain's reward system motivate repeated use in the early stages of addiction,
many addicts in later stages say they rarely experience dramatic euphoria and complain instead that their drug use is driven by compulsion.
They also say they can crave their drug of choice long after they stop using it when they are reminded of it by environmental or social situations.
That testimony is consistent with a process in which the brain's pleasure centers help addiction get started, but memory-like features maintain it over time."

Our understanding of genetics has progressed dramatically,
and is changing how patients are treated. Armed with a better understanding of genetics, health care providers may become better equipped
one day to match patients with the most suitable addiction treatment,
adjust medication dosages to individual needs and circumstances, and avoid or minimize adverse reactions.

Quellen:

Madras BK. The biology of addiction: voluntary behavior and genetics. http://www.randomstudentdrugtesting.org/ne...l_08/page6.html.
Accessed January 1, 2009.

National Institute on Drug Abuse. Genetics of Addiction – A Research Update from the National Institute on Drug Abuse – April 2008. NIDA Topics in Brief.
http://www.drugabuse.gov/tib/genetics.html. Updated August 5, 2008. Accessed January 1, 2009.

National Institute on Drug Abuse. New Technique Links 89 Genes to Drug Dependence. NIDA Notes. 2008;22(1). http://www.drugabuse.gov/NIDA_notes/NNvol22N1/New.html. Updated September 15, 2008. Accessed January 1, 2009.


Der Beitrag wurde von Fern-Ost bearbeitet: 16.2.2009, 18:54


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Achimy
Beitrag 18.2.2009, 12:50
Beitrag #19


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Das Problem einer Sucht ist allgemein bekannt. Sie führt ins Nichts. Die Sucht heizt das zu befriedigende Bedürfnis nur an, ohne dieses jemals wirklich befriedigen zu können. Die Sucht hat kein Interesse, ein Bedürfnis endgültig zu befriedigen, denn sie nährt sich zu gut aus sich selbst. Auf der Sucht begründen sich ganze Wirtschaftsmodelle. Aber jede Sucht ist ein Spiel mit dem Feuer. Das wissen zwar alle, aber jeder geht davon aus, dass immer und nur die anderen verbrennen.

Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich ein Suchtmensch. Das heißt, ich muss mich fortlaufend kontrollieren oder meine Sucht so kanalisieren, dass diese nicht in negative Verhaltens- und Handlungsweisen mündet, sondern in produktive und positive.

In meinem Leben habe ich eine Menge Suchtverhalten gestreift, habe mich aber immer gegen die negativen durchgesetzt. Trotzdem sucht die Suchtveranlagung in mir nach immer neuen Wegen und Ausgängen. Menschen mit so einer Veranlagung wie ich sie habe, haben somit die Chance, die Unmengen an Energie, die man zur Befriedigung von Suchtverhalten aufbringt, bewusst in positive und produktive Lebensinhalte zu investieren.

Wem das nicht gelingt, dessen Suchtveranlagung wird sich über kurz oder lang ein Ventil suchen. Und das muss nicht gut ausgehen, das kann erheblich ins Auge gehen. Woran erkennt man Menschen mit einer Suchtveranlagung? An den Extremen. An den Mengen. An der Dosierung. An der Häufigkeit. An der enormen Energie, die dafür aufgewendet wird. An der vielen Zeit, die dafür investiert wird. An der unglaublichen Wiederholungsrate. An der unübersehbaren Intensität. An der Kreativität im Umgang damit.

Ich meine, man kann davon ausgehen, dass viele Menschen, die etwas außerordentlich gut können, weil sie mit einer beeindruckenden Lebensleistung hinter nichts anderem her waren, diese Energie dafür nur aufbringen konnten, weil sie eine Veranlagung zur Sucht hatten. Oft verlaufen diese Verhaltensweisen auch parallel. Somit ist das eigentliche Suchverhalten nur ein Übersprungsverhalten zur Kompensation eines nicht befriedigten Bedürfnisses, keines offenen sondern eines latenten.

Da wartet in mir etwas darauf, dass es befriedigt wird. Wenn dem so wäre, dann würde die Verhaltensauffälligkeit sicher verschwinden und in eine Normalität übergehen. Menschen hören nicht auf, ihre Sucht zu versorgen, weil sie diese überwinden, sondern weil das Verursacherprinzip unter- oder durchbrochen wird. Primäre Störungen, die zu einem Auslösen eines Suchtverhaltens führen, kennt die Psychologie. Ich möchte mich hier nicht zu weit aus dem Fenster hängen, aber es hat in der Regel etwas mit nicht geliebt werden, zurückgewiesen werden, fehlender Anerkennung und Bewunderung, schlechter Kommunikation und solchen Aspekten zu tun.

Somit ist der ewige Rausch, den viele zu befriedigen suchen, nicht befriedigt, wenn man den Nährboden dafür nicht trockenlegt. Was ist der Verursacher? Was Menschen passiert, passiert auch Unternehmen und Volkswirtschaften. Jedes Land erzeugt sein eigenes Suchtverhalten, denn auch Länder und deren Völker können identische psychische kollektive Störungen in ihrer Entwicklung erfahren – wie Menschen. Die Sucht ist ein Phänomen, dem man sich stellen muss. Als Mensch, als Unternehmen und als Land. Wenn man die Sucht schon nicht abstellen kann, dann muss man diese leiten, umleiten, kanalisieren, in positive und konstruktive Aspekte eines Menschen, eines Unternehmens und eines Landes.

Ich bin überzeugt, dass dies für viele oftmals der erste wichtige Schritt in die richtige, bessere Richtung wäre, als ständig offensichtlich schädlichen Verhaltensauffälligkeiten in Form von Süchten weiter und weiter nachzugehen. Da muss sich jeder Mal an die eigene Nase fassen, jeder Mensch, jedes Unternehmen und jedes Land. Es hilft, wenn man es versteht und daraus lernt, sein Verhalten entsprechend zu ändern.



Der Beitrag wurde von Achimy bearbeitet: 18.2.2009, 12:57


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"Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste." (Konfuzius)
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ROFFEL
Beitrag 27.2.2009, 18:39
Beitrag #20


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ZITAT(Achimy @ 6.2.2009, 14:15) *
Im ersten Schritt der Abhängigkeit konsumiert das Opfer mehr Wirkstoff (Kokain, Opiate, etc) als sein unvorbereiteter Hirnstoffwechsel es verkraftet. Das Gehirn reagiert nach gewisser Zeit mit "Abstumpfung".Das Suchtmittel wirkt erst in immer höheren Dosen, und was viel schlimmer ist: Die Schaltungen für die guten Gefühle werden insgesamt unempfindlicher für die schönen Dinge im Leben.

Ich kenn beides nicht.
Meine Dosen sind jetzt nach JAHREN (!) niedriger als am Anfang. Sie sind gleichbleibend (über Jahre) und haben sich nur in einzelnen Dosisintervallen (mg pro Dosis/Dosisintervalle) geringfügig verändert.
Das war's.

Zum zweiten Punkt: Mich faszinieren bestimmte Momente im Leben,bestimmte Gefühle immernoch sehr stark.
Das kann ein Sternenhimmel oder aber eine blühende Pflanze sein.
Das hat sich definitiv nicht verändert.
Auch gutes Essen finde ich nachwievor einfach toll.

ZITAT
Während sich das Gehirn im ersten Schritt der Abhängigkeit noch auf die Wirkung der Opioide einstellt, bahnt sich nämlich der zweite Akt an: In seinem Verlauf verliert der Wunsch nach Genuss an Bedeutung. An seine Stelle tritt ein wildes, unkontrolliertes Verlangen.

??
Kann ich auch nichts mit anfangen, siehe oben.

Zum Thema Suchtgedächtnis, es ist ja irgendwie logisch dass sich das Gehirn eine Möglichkeit
mit der es einem besser geht und die Erleichterung verschafft merkt.
Ohne das jetzt zu abstrahieren:
Wer das Schwimmen lernt wird auch nicht vergessen dass man dazu Hände UND Füße einsetzt.
So ist es auch mit Stoff xy.

MfG
Roffel

editiert von Sonne - unnötige Riesenabsätze wurden entfernt


Der Beitrag wurde von Sonne bearbeitet: 27.2.2009, 20:15
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