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Naloxon und Urinkontrollen in der Substi
Krabat
Beitrag 30.12.2012, 02:15
Beitrag #1


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Mir brennt mal eine dringende Frage auf der Seele. Ich hoffe, dass mir hier jemand helfen kann oder mag. Für gewöhnlich hätte ich hier im Forum die kompetentesten Antworten erwartet. Leider schläft das Forum wieder tief und fest.

Vor Jahren las ich immer wieder überall die Frage "findet man bei einer Urinkontrolle raus, wenn ich Valoron N genommen habe?"
Die häufigste Antwort lief darauf hinaus, dass zwar das Tilidin unentdeckt bliebe, das Naloxon aufgrund seiner morphinähnlichen Struktur (?) höchstwahrscheinlich auffliegen würde.

Nun bekomme ich Suboxone und werde wöchentlich getestet. Jede Woche gibts vor der Rezeptvergabe eine UK - für alle Take-Home-Patienten. Unglaublich, aber wahr.

Nun nehme ich mein Suboxone für gewöhnlich immer in den frühen Morgenstunden. Ohne das Zeug komme ich nicht in Gang und fühle mich depressiv und antriebslos.
Aufgrund einer bescheuerten Vertretungsarzt-Regelung gibts das nächste Rezept jedoch erst am nächsten Freitag um 19 Uhr - und die Freitagsdosis auch!
Das finde ich schon ganz schön heftig. Der Vertretungsarzt hat früher keine Zeit. Also dürfen die Leute ihr Substitut um 19 Uhr bekommen.
Ich bin am überlegen, ob ich mir diese Woche 4 bis 6mg zurechtspare, um am Freitagmorgen etwas nehmen zu können. Normalerweise würde ich sowas nicht machen. Bevor mir mein Arzt jedoch etwas von bestimmungsgemäßem Gebrauch erzählt, sollte er erstmal sicherstellen, dass wir morgens unser Substitut haben. Für die Methadonleute ist das besonders übel. Die werden einen äußerst miesen Tag haben.

Nun fiel mir das Naloxon ein. Eine UK wird es definitiv geben. Fällt das Zeug wirklich als Opioid auf? Womöglich würde das bei einem knapp 24stündigen Einnahmerythmus nicht ausschlagen, weil der Spiegel am nächsten Tag unter den Nachweisspiegel gesunken ist. Wie sieht es aber bei einer UK am Abend aus, wenn ich morgens Suboxone (mit Naloxon) nehme und abends dann getestet werde?

Sollte der Test auf das Naloxon anschlagen, würde ich unmittelbar vor dem Wochenende mein Rezept nicht erhalten. Ich will deshalb absolut kein Risiko eingehen. Andererseits muss ich auch arbeiten und brauche morgens mein Suboxone.

Alle Recherchen im Netz liefen immer wieder auf die Tilidin Comp-Frage hinaus. Da waren sich die meisten Leute sicher, dass Naloxon einen positiven Test auslösen könnte. Andererseits fände ich es schon etwas merkwürdig. Immerhin bekomme ich ja ein Substitut mit diesem Wirkstoff. Da wäre das Auftreten von Problemen nur eine Frage der Zeit.

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. Im Notfall müsste ich meine Frage nochmal in einem anderen Forum stellen.

Gruß

Krabat
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Practicus
Beitrag 31.12.2012, 18:01
Beitrag #2


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Zunächst mal zwei Dinge:

Naloxon wird vom Opiat-Teststreifen NICHT angezeigt - Entwarnung!

Buprenorphin hat eine ausreichende Wirkdauer, um eine Verzögerung der Ausgabe um 12 Stunden problemlos zu überstehen, je höher die Dosis, um so problemloser. Ich habe Patienten mit Suboxone oder "normalem" Buprenorphin, die Sonntags schon mal lieber ausschlafen und die Vergabe sausen lassen - ohne Schwierigkeiten.

Das ist wahrscheinlich reine Kopfsache, wenn dein Rhythmus gestört wird - affig wirst du dabei sicher nicht, nur niedrig dosierte Methadonpatienten dürften da kribbelig werden, wenn sie ihre Dosis mit 12 Stunden Verspätung bekommen.

Also, mach dir keine Sorgen.

LG Praxx


Das alte Jahr ist kaputt, ich brauch' ein neues...
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Krabat
Beitrag 1.1.2013, 01:04
Beitrag #3


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@Praxx:

Vielen Dank. Du hast mir mit der Naloxon-Info wirklich geholfen.
Dass ich nicht entzügig werde, ist mir natürlich klar. Reine Kopfsache ist das aber sicherlich nicht. Buprenorphin hat ja eine ziemlich ausgeprägte antidepressive Komponente. Offenbar sogar mit der Potenz trizyklischer AD vergleichbar. Habe sogar schon Studien dazu entdeckt. Diese antidepressive Wirkung setzt aber im Gegensatz zu klassischen Antidepressiva relativ deutlich kurz nach dem Auflösen unter der Zunge ein und hat nach 24 Stunden bereits deutlich abgenommen. Von einem Entzug bin ich da noch weit entfernt. Ich merke nur, dass mein psychomotorischer Antrieb Probleme macht und meine depressionsgequälte Seele ein Stück empfindlicher reagiert.
Erfahrungsgemäß reichen 4mg aus, um mich den ganzen Tag wieder gut zu fühlen - obwohl ich eigentlich 12mg bekomme. Natürlich brauche ich spätestens am nächsten Tag wieder meine volle Dosis.

Ich werde am Donnerstag 4mg weniger nehmen und diese am Freitagmorgen nehmen. Auf 24 Stunden gerechnet bleibt eine Tages-Durschnittsdosis von 12mg bestehen - auch wenn ich 4mg von einem auf den anderen Tag verschiebe.
Ich würde das nicht machen, wenn ich mein Zeug morgens bekäme. Wodurch auch immer: ich würde mich sonst Freitags auf der Arbeit nicht gut fühlen und niedergeschlagen sein. Das lässt sich verhindern. Also mache ich das.
Ich habe ja keinen Beikonsum, nehme das Zeug sublingual und werde auch nicht breit, wenn ich morgens 4 und abends 12 mg nehme. Von Doppeldosen wird man ja auch nicht breit.
Ich werde das in der Praxis sicherheitshalber niemandem sagen, halte das aber suchttechnisch nicht für problematisch.

Laaange Rede, kurzer Sinn - die Naloxoninfo war wirklich hilfreich. Da kursieren echt Gerüchte im Netz.

Ich wünsche euch allen ein frohes und gesundes neues Jahr.

Viele Grüße

Krabat
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