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Fragen zur regulären und "schwarzen" Substitution
Mûreth
Beitrag 22.6.2006, 18:18
Beitrag #1


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Guten Tag,

als erstes möchte ich erwähnen, dass keiner der vorhandenen Threads im Forum meine Fragen zufriedenstellend klären konnte. Ob es nun tatsächlich so ist, oder es nur an meinem zwergenhaften Verstand liegt, weiß ich nicht. Jedenfalls bitte ich darum, diesen hier nicht zu löschen.


Meine Fragen:

1. Ist es möglich, in ein Substitutionsprogramm (vorzugsweise mit Subutex) sofort mit einer Take-Home Vergabe einzusteigen?

Ich war bereits einige Jahre substituiert, erst mit Methadon, dann mit Subutex. Zunächst war die Behandlung mit Methadon ein notwendiger Schritt, um dem Siechtum sowie dem drohenden Tod zu entgehen. Damals sagte man mir, es sei unmöglich, in meiner Situation ambulant noch ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen (neben Heroin waren auch hochdosiert Benzodiazepine, Tramadol, Tilidin und Alkohol im Spiel).
All den hochmütigen Spöttern zum Trotz errang ich einen großen Sieg über mich selbst, der dazu führte, dass sich meine Situation langsam aber stetig stabilisierte. Ich schaffte es sogar, zuhause von den Benzodiazepinen zu entziehen- ein Kampf, der meine physischen und psychischen Kräfte bis zum Äußersten beanspruchte. Nachdem ich stabil und (weitestgehend) ohne Beikonsum war, stieg ich erst auf Buprenorphin um, zu guter letzt entzog ich Anfang letzten Jahres auch vom Subutex- ohne Hilfsmittel.

Ich war bereits der Illusion verfallen, meine Sucht besiegt zu haben... Keinerlei Suchtdruck plagte mich, ich hatte Perspektiven im Leben hinzugewonnen und fühlte mich fit und gesund. Ich fühlte mich frei....

Leider beging ich den Fehler, einen Subutexvorrat von zyklopischer Größe aufzuheben- mehrere hundert mg...
So wurde ich rückfällig, und schließlich wieder körperlich abhängig. Daraufhin folgte ein erneuter Entzug, allerdings nicht mehr ohne "Hilfsmittelchen". Mein restliches Buprenorphin spülte ich das Klo runter.

Mein Arzt meinte vor dem Entzug zu mir, er wünsche mir zwar alles Gute, jedoch glaube er keineswegs, dass ich es dauerhaft "ohne" aushalten würde... er sollte Recht behalten.

Mittlerweile "substituiere" ich mich selbst, und zwar mit Codein. Jedoch würde ich gern wieder in eine geregelte Substitution kommen, da ich unter Subutex niemals das Verlangen hatte, andere berauschende Stoffe zu mir zu nehmen. Momentan ist es leider so, dass ich häufig Amphetamine, Opioide, THC und Zopiclon konsumiere. Ein Leben unter stetigem Einfluß derartiger Mittel entspricht jedoch nicht den Kriterien meines Wertesystems. Den Drang, meinen Körper und meinen Geist hochgradig zu vergiften habe ich ebenfalls nicht.
Leider fehlt mir momentan der Mut zu einem aprubten Absetzen all meiner "kleinen Helferchen"...


Nun zur Frage: DARF ein Arzt einen Patienten gleich zu Beginn eine Take-Home Verordnung geben?

Falls nein, wie lange müßte ich täglich zum Halbgott in Weiß marschieren, um meine Dosis mit nach Hause zu bekommen?



Mir selbst ist nur noch vage in Erinnerung, dass man ein halbes Jahr in Substitution gewesen sein muss, um Take-Home zu bekommen. Allerdings kann ich wegen meiner Arbeit auf keinen Fall täglich zum Arzt! Auch würde sich meine Situation keineswegs bessern, wenn ich am Wochenende an der Vergabestelle lauter "alte Bekannte" treffen würde... Gibt es möglicherweise Regelungen, die es Leuten wie mir gestatten, die täglichen Arztbesuche zu umgehen? Immerhin würde sich ja dadurch meine Lebensqualität verschlechtern, da ich dann sicherlich meinen Job verlieren würde.




2. Mir kam der Gedanke, mich mit einem anderen Medikament "schwarz" -auf Privatrezept also- substituieren zu lassen- beispielsweise mit Tilidin oder Tramadol.
Der Gedanke mag zunächst absurd erscheinen, allerdings habe ich insbesondere mit Tramadol exzellente Erfahrungen gemacht. Es nimmt mir seltsamerweise auch den Suchtdruck.

Darf ein Arzt überhaupt jemandem wie mir derartige Stoffe verschreiben? Schließlich kennt er meine Situation genau, und weiß auch um meinen polytoxen Konsum.
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Fern-Ost
Beitrag 23.6.2006, 04:41
Beitrag #2


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Also ich hatte das Subutex sofort "Take Home" bekommen!
Duerfen die machen, liegt im ermessen des Arztes.

Aber meine erfahrung liegt schon ein paar jahre zurueck.

mfg


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Sonne
Beitrag 23.6.2006, 09:42
Beitrag #3


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Hallo Mûreth,

willkommen im FOF. Ich antworte Dir im Laufe des Tages ausführlich.

Gruß, Sonne


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Sonne
Beitrag 23.6.2006, 12:29
Beitrag #4


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Hallo Mûreth, wink.gif

gut, ich versuche mal Deine Fragen bestmöglich zu beantworten und hoffe, dass Du die für Dich richtige Entscheidung finden wirst.

ZITAT(Mûreth @ 22.6.2006, 19:18) *
Ich war bereits einige Jahre substituiert, erst mit Methadon, dann mit Subutex...
Mein Arzt meinte vor dem Entzug zu mir, er wünsche mir zwar alles Gute, jedoch glaube er keineswegs, dass ich es dauerhaft "ohne" aushalten würde... er sollte Recht behalten.


Bitte mache Dir keine Selbstvorwürfe, dass Du das Clean-Sein nicht ausgehalten hast. Das ist schließlich bei der Opioidabhängigkeit keine Seltenheit, ferner bist Du mehrfachabhängig. Die vielen Jahre Sucht gehen halt nicht so schnell weg. Mich würde interessieren, sofern Du Dich für eine erneute Substi entscheidest, wie Du Dir dies vorstellst von der zeitlichen Länge her.

Ich an Deiner Stelle würde mich in eine Substitution begeben und auch erst mal im Programm bleiben ohne mir schon gleich ein Ziel zu setzen wie z.b. in einem Jahr kicke ich wieder ab. Weil auch das wahrscheinlich wieder schiefgehen würde.

Könntest Du damit leben, dass Du eben süchtig bist, aber eine länger dauernde Substitution immer noch das kleinere Übel ist?

Darf ich zum besseren Verständnis fragen, wie alt Du bist, wie lange Du Drogen nahmst und wie lange Du in Substitution warst?

ZITAT(Mûreth @ 22.6.2006, 19:18) *
1. Ist es möglich, in ein Substitutionsprogramm (vorzugsweise mit Subutex) sofort mit einer Take-Home Vergabe einzusteigen?

Mittlerweile "substituiere" ich mich selbst, und zwar mit Codein. Jedoch würde ich gern wieder in eine geregelte Substitution kommen, da ich unter Subutex niemals das Verlangen hatte, andere berauschende Stoffe zu mir zu nehmen.

Nun zur Frage: DARF ein Arzt einen Patienten gleich zu Beginn eine Take-Home Verordnung geben?

Falls nein, wie lange müßte ich täglich zum Halbgott in Weiß marschieren, um meine Dosis mit nach Hause zu bekommen?

Mir selbst ist nur noch vage in Erinnerung, dass man ein halbes Jahr in Substitution gewesen sein muss, um Take-Home zu bekommen. Allerdings kann ich wegen meiner Arbeit auf keinen Fall täglich zum Arzt! Auch würde sich meine Situation keineswegs bessern, wenn ich am Wochenende an der Vergabestelle lauter "alte Bekannte" treffen würde...


Ja, es ist richtig, dass laut der Substitutionsbestimmungen im ersten halben Jahr ein Take-Home theoretisch ausgeschlossen ist. Die Praxis sieht jedoch insofern anders aus, dass es möglich ist, sich mit dem Arzt zu arrangieren, sofern Du Dich entsprechend verhälst, Dein Lebensstil entsprechend stabil ist.

Als erstes würde ich mal - sofern möglich - zu dem Arzt gehen, bei dem Du damals schon im Programm warst. Da dürften doch die Chancen am besten stehen. Aber eigentlich egal ob bei ihm oder bei einem anderen Arzt: wichtig ist, dass Du das Gespräch suchst, bei Deinem Standpunkt bleibst und Dich eben auch entsprechend an Regeln hälst (kein Beikonsum z.B.)

Ich bin vergangenen Herbst auch wieder ins Programm und zwar bei einem ganz neuen Arzt. Dieser sagte damals auch zu mir, dass dies eine ganz neue Einstellung sei, schließlich sei ich drei Monate lang nicht im Programm und wieder auf Heroin u.a. gewesen. Er könne mir also kein Take Home geben, auch wenn ich dieses früher hatte.

Die ersten Wochen waren sehr hart für mich. Ich musste jeden Tag (sogar Sonntags freak.gif ) hin und auch ich bin berufstätig. Da täglich hinzugehen war ein echtes Spagat. Ich habe sodann jede Woche das Gespräch mit ihm gesucht und nach drei Wochen musste ich Sonntags nimmer kommen, sodann musste ich nur noch an vier Tagen die woche, dann an zwei...., mittlerweile habe ich mein Take-Home wieder. Freu.

Rede also mit dem Arzt. Zeige ihm Deinen Wochenarbeitsplan und bespreche mit ihm die Ausgabetage-/zeiten. Dann dürfte das recht schnell kein Problem sein, dass Du nur 2 oder 3 mal pro Woche hin musst und alsbald - sofern Du zuverlässig bist - Dein Take-Home bekommst.

Was die Vergabe an den Wochenenden betrifft und die Angst vor alten Bekannten. Auch das ist so eine individuelle Sache. Der Arzt kann sich hier verständlich zeigen, er kann aber genauso gut von Dir die "Stärke" erwarten, dass Du diese Leute schlicht ignorierst und erst gar nicht mit ihnen redest. Also auch hier gib Deine Ängste ihm gegenüber offen zu. Zeige Dich kooperativ (damit meine ich jetzt aber nicht, dass Du andere Patienten anscheissen tust, wenn Du z.b. mitbekommst, dass die Beikonsum haben) und er wird Dir schneller vertrauen.

ZITAT(Mûreth @ 22.6.2006, 19:18) *
2. Mir kam der Gedanke, mich mit einem anderen Medikament "schwarz" -auf Privatrezept also- substituieren zu lassen- beispielsweise mit Tilidin oder Tramadol.

Darf ein Arzt überhaupt jemandem wie mir derartige Stoffe verschreiben? Schließlich kennt er meine Situation genau, und weiß auch um meinen polytoxen Konsum.


Nun ja, auf Privatrezept darf der Arzt eigentlich tun was er will, dafür ist es ja ein Privatrezept. Der Nachteil hierbei ist jedoch, dass Du hier kein Recht darauf hast. Wenn dem Arzt also morgen Deine Nase nimmer passt, dann haste halt Pech gehabt. In der Substitution hast Du ja einen richtigen Vertrag und dieser Vertrag darf Dir nicht einfach so von heute auf morgen gekündigt werden, wenn Du nicht gegen die vertraglichen Regeln verstößt. Der weitere Nachteil liegt klar auf der Hand. Privatrezepte müssen privat bezahlt werden, was auf Dauer teuer werden kann.


Ich hoffe, dass Deine Fragen fürs erste beantwortet sind. Würde mich freuen, weiter von Dir zu hören.
Viel Glück, Sonne


--------------------
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Mûreth
Beitrag 23.6.2006, 15:55
Beitrag #5


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Hi Sonne! smile.gif

ZITAT
Mich würde interessieren, sofern Du Dich für eine erneute Substi entscheidest, wie Du Dir dies vorstellst von der zeitlichen Länge her.


Hm... ich denke, etwa ein Jahr. Genau deshalb würde ich auch Subutex bevorzugen- denn von diesem Mittel habe zumindest ich nach anhaltendem Dauerkonsum schnell die Nase voll... Ich fand es damals genau richtig, um aufzuhören.
Sollte ich mich aus irgendwelchen Gründen dennoch für eine längere Substitution entscheiden, würde ich eher Methadon/ Polamidon nehmen, da ich damit über längere Zeiträume bessere Erfahrungen gemacht habe.
Momentan schwebt mir jedoch ein Jahr vor.

Und ja, ich könnte sicherlich gut damit leben, wieder "offiziell süchtig" zu sein. Innerhalb einer Substitution, mit vernünftig eingestellter Dosis war mein Zustand immer recht stabil- soll bedeuten: Verantwortungsvoller Umgang mit den Substitutionsmitteln (naja...meistens^^), sowie keinen oder nur minimalen Beikonsum.

Insofern also sicherlich das kleinere Übel! Zumal ich ohnehin glaube, dass ich die Gedanken an bestimmte Stoffe mit ins Grab nehmen werde... "Clean sein" ist leider eine höchst relative Sache...


ZITAT
Darf ich zum besseren Verständnis fragen, wie alt Du bist, wie lange Du Drogen nahmst und wie lange Du in Substitution warst?


Hmm. Du darfst.
Ich bin 23 Jahre alt, und konsumiere seit ca. 10 Jahren Drogen. Opioidäbhängig bin ich seit etwa 8 Jahren.

Im Alter von 13 begann ich zu kiffen, bald darauf das erste Mal Speed, mit Vierzehneinhalb hatte ich bereits eine "nette Dame" kennengelernt, die niemals abgeneigt war, mir Einkaufstüten voller Tramadol und Tilidin zu Dumpingpreisen zu verscherbeln... freak.gif
Von diesem Zeitpunkt an stand ich täglich unter Opioiden.
Nebenher konsumierte ich gelegentlich Ecstasy, sehr oft Speed und zunehmend auch Heroin- anfangs nur, um einen Abend in der Disco angenehm ausklingen zu lassen...
Es kamen dann noch Neuroleptika und Benzos hinzu. Bald darauf Heroin i.v. und täglich DHC- Saft... Im Alter von 17 war ich bereits ziemlich down, schoss mir alles mögliche in die Venen, hatte fast alles verloren und landete schließlich -zu guter Letzt- in der Substi. Bei der Einstellung wurden auch diverse Untersuchungen gemacht, in deren Verlauf meine damalige Ärztin sagte, dass meine Leber stark vergrößert sei und diesen Konsum wohl nicht mehr länger als 3 Monate durchhalten könne.

Die Entscheidung, mich substituieren zu lassen, rief bei einigen Leuten desöfteren ein "geringes Mißbehagen" hervor, denn schließlich sei ich ja "noch nicht soo lange auf H" und wäre auch überhaupt gar kein richtiger, abgefuckter Junkie. Mein Heroinkonsum dauerte zwar wirklich nur einige Jahre an, aber dennoch war die Entscheidung richtig. Und bei mir "funktionierte" die Substi auch weitestgehend so, wie es vorgesehen war. Es war sozusagen die Notbremse- "ohne" säße ich jetzt bestimmt nicht hinter meinem Rechner...

Es wäre noch zu erwähnen, dass die Entscheidung meinerseits, regelmäßig Opioide zu konsumieren, eine bewußte war: Entweder ein Leben unter unzumutbaren Zuständen führen oder eben abhängig werden- dadurch aber fähig zu sein, gewissen widrigen Umständen zu trotzen. Also entschied ich mich für letzteres- deshalb kann ich auch recht gut damit leben, süchtig zu sein. Schließlich war es meine Entscheidung.

Die Dauer der Substitution betrug also etwa 5 Jahre.


ZITAT
Als erstes würde ich mal - sofern möglich - zu dem Arzt gehen, bei dem Du damals schon im Programm warst. Da dürften doch die Chancen am besten stehen. Aber eigentlich egal ob bei ihm oder bei einem anderen Arzt: wichtig ist, dass Du das Gespräch suchst, bei Deinem Standpunkt bleibst und Dich eben auch entsprechend an Regeln hälst (kein Beikonsum z.B.)


Der damalige substituierende Arzt ist gleichzeitig auch mein Hausarzt- auch heute noch. Das Verhältnis ist sehr gut, ich war immer ehrlich zu ihm. Er scheint mir auch zu trauen, ansonsten würde er wohl nicht gelegentlich Zopiclon verschreiben.
Ich habe ihn auch das letze Mal (kurz) auf die Substi angesprochen, er meinte aber, so wie ich mir das vorstelle, ginge es nicht. Genau deswegen wollte ich mich auch nach der rechtlichen Lage erkundigen- denn wenn ein Arzt merkt, dass man sich etwas genauer informiert hat, ist er meist offener und weniger abweisend.

Ein umgänglicher Patient war ich eigentlich immer, von gelegentlichem Beikonsum (1-2x pro Halbjahr) mal abgesehen. Andere Leute hatten teilweise richtigen Ärger wegen dem Mist, den sie bauten- ich hingegen niemals.


Hmmm, du mußtest also Sonntags hin... War bei mir zu Anfangs auch so. Bis ich dann zum werten Onkel Doktor meinte, es wäre meiner Gesundheit keineswegs zuträglich, wenn ich permanent mit Benzos, Shore und Koks in Berührung kommen würde. Ab da bekam ich dann auch mein Take-Home.
Das Problem ist, dass ich Sonntags arbeiten muss... habe eine 6 Tage Woche.
Da kann ich nicht einfach verschwinden. Das Ding ist eben, dass mein Chef um meine Vergangenheit weiß, und mir auch schon einige Male mit Sonderurlaub aushalf, sodass ich entziehen konnte. Mittlerweile hat er mir aber klargemacht, dass sein Maß im Moment wohl einfach voll ist. Auch wegen des Leids, welches all diese klitzekleinen Problemchen so mit sich brachten... Erfährt er, dass ich wieder abhängig bin, wird er wohl recht ungehalten reagieren. Das möchte ich -aus sicherlich nachvollziehbaren Gründen- nur sehr ungern riskieren. Wäre ich wieder arbeitslos und hätte keinerlei Perspektive, käme ich doch nur auf dumme Gedanken. Nicht sehr gesund! zwinker.gif

Mein Job ist mir sehr wichtig, er stellt einen essentiellen Bestandteil meiner weiteren Pläne für die Zukunft dar. Vor ca. einem Jahr -als ich noch substituiert war- mußte ich nur einmal pro Woche zum Doc- und sogar das sorgte jedesmal für Unmut unter den Kollegen. Deshalb muß ich im Moment beweisen, dass ich fähig bin, Verantwortung zu übernehmen und auch dauerhaft zu tragen.... Weiterhin ist mein Bestreben, jedem der Nörgler zu beweisen, dass ich der zuverlässigste, tüchtigste und ehrlichste Bastard auf dem Planeten Erde bin.
Es kommt daher nicht in Frage, mehr als einmal pro Woche zum Arzt zu gehen- häufiger ist momentan schlichtweg unmöglich.


ZITAT
Was die Vergabe an den Wochenenden betrifft und die Angst vor alten Bekannten. Auch das ist so eine individuelle Sache. Der Arzt kann sich hier verständlich zeigen, er kann aber genauso gut von Dir die "Stärke" erwarten, dass Du diese Leute schlicht ignorierst und erst gar nicht mit ihnen redest. Also auch hier gib Deine Ängste ihm gegenüber offen zu. Zeige Dich kooperativ (damit meine ich jetzt aber nicht, dass Du andere Patienten anscheissen tust, wenn Du z.b. mitbekommst, dass die Beikonsum haben) und er wird Dir schneller vertrauen


Nunja.

Wie gesagt vertraut mein Arzt mir durchaus. Dennoch ist er oft nicht bereit, sich über gewisse Gesetze und Vorschriften hinwegzusetzen. Bei der Sache mit der Wochenendausgabe hatte er sich aber bereits in der Vergangenheit einsichtig gezeigt, daher denke ich, dass er auch diesesmal evtl. mit sich reden liesse...

Die Alten Bekannten... Tja... Wie du sicherlich selbst sehr gut weißt, ist ignorieren gar nicht so einfach. Es fällt mir eben leichter, abstinent zu bleiben, wenn ich den Kontakt zu bestimmten Personen vermeide. Würde ich diese Leute jedes Wochenende sehen, würde ich sicherlich schwach werden- ich kenne mich -meiner Meinung nach- dann doch gut genug... narf.gif

Übrigens: Mein Motto lautet "Leben und Leben lassen"- ich würde niemals jemanden verpfeifen und habe dies auch in der Vergangenheit nie getan. Wegen Beikonsum erst recht nicht- in einer Substi gehört eben auch das irgendwo zum Alltag - und zu den Erfahrungen, die jeder selbst sammeln muß.


Das Recht, einen Anderen ob seines Verhaltens oder seiner Fehler zu verurteilen, gestehe ich mir nicht zu.

ZITAT
Nun ja, auf Privatrezept darf der Arzt eigentlich tun was er will, dafür ist es ja ein Privatrezept. Der Nachteil hierbei ist jedoch, dass Du hier kein Recht darauf hast. Wenn dem Arzt also morgen Deine Nase nimmer passt, dann haste halt Pech gehabt. In der Substitution hast Du ja einen richtigen Vertrag und dieser Vertrag darf Dir nicht einfach so von heute auf morgen gekündigt werden, wenn Du nicht gegen die vertraglichen Regeln verstößt. Der weitere Nachteil liegt klar auf der Hand. Privatrezepte müssen privat bezahlt werden, was auf Dauer teuer werden kann.


Klar, ein Recht auf ein Rezept hätte ich nicht!

Allerdings entfielen eben auch diese diversen, lästigen (und vor allem zeitraubenden^^) Kleinigkeiten wie UK´s, tägliches Abholen der Dosis, Wochenendausgabe usw.

Mit alldem hätte ich dann keine Probleme. Ausserdem habe ich momentan eine recht niedrige Toleranz, die ich auch gerne in einem gewissen Rahmen halten würde. Wie beeits erwähnt, substituiere ich mich mittels Codein selbst- Kosten etwa 4-5 € pro Tag. Damit kann ich leben- ein Privatrezept wäre im Endeffekt auch nicht wesentlich teurer: Eine N3 Tramadol 200 mg Retard kostet ca. 108 €, eine N3 Tilidura (100 ml) nur 40,73 €!
Es würden also nicht wesentlich mehr Ausgaben anfallen, als dies momentan ohnehin schon der Fall ist.


Mir kam schon der Gedanke, mit dem Codein einfach so weiterzumachen- eben wie gehabt. Denn als Substitut eignet sich Codein -meiner Ansicht nach- sehr gut. Es hat wenig Nebenwirkungen, und jene, die vorhanden sind, haben eine außerordentlich schwache Ausprägung. Allerdings hatte ich schonmal einen Affen vom DHC, und habe daher wahnsinnige Angst,wochenlang Entzugserscheinungen zu haben; sollte ich mich denn irgendwann in ferner Zukunft dazu durchringen, auch vom Codein zu entziehen...


Tja, das war jetzt recht lang. Manchmal bin ich zu geschwätzig! zwinker.gif


Gruß,

M.
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Sonne
Beitrag 23.6.2006, 16:02
Beitrag #6


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Du kannst hier soviel schreiben wie Du möchtest. Du blubberst ja keinen Müll.

Ich bin jetzt auf dem Weg ins wohl verdiente Wochenende. Sofern ich am Wochenende nicht ins Internet-cafe kommen kann, antworte ich Dir am Montag wieder länger auf Dein Post.

Irgendeine Lösung gibt es immer, auch für Dich.

Was mir sehr nahe geht, ist Dein junges Alter, das berührt mich sehr. Mein Freund war 15 beim ersten Druck Shore, heute ist er 37 und immer noch drauf, wenn auch heutzutage nicht mehr auf Heroin bzw. nur an Weihnachten oder so.

Ich will Dir Deine Hoffnung nicht nehmen, Du weißt aber wohl bereits aus bisherigen Erfahrungen, dass es besondere Schwierigkeiten mit sich bringt, wenn bereits in der körperlichen Entwicklung so krass konsumiert. Christiane F. beispielsweise ist heute immer noch mit Pola substituiert, hat es auch nie gepackt, trotz unzähliger Versuche.

Ich wünsche Dir erst mal ein schönes Wochenende.
Anfang nächster Woche reden wir weiter, es wird sich schon eine passende Lösung finden.

LG, sonne


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MorpheusI
Beitrag 23.6.2006, 18:06
Beitrag #7


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Hi, Müreth!
Scheinbar geht es dir ziemlich ähnlich wie mir-bin auch dauersubsti.-patient seit nun ca.10j., auch Benzos als Beikonsum schon seit 7 j. und Alk.-als Substi krieg ich M-Hci Tblu.(Amp.) Jedenfalls isses bei mir so das ich eben wie gesagt schon so lang dabei bin, und hab dann mein Morph-bis voriges Jahr ca. selbes Monat!...a´la Take -Home immer bekommen, tja ,leider sind un zuu viele "sehr junge " Druffies bei unkontrolliertem Umgang mit Opi´s und Benz.+Alc. auf div. "Schrott-Partys" auch gestorben!Tja ,jetzt müssen viele der substituierten wieder schlucken(500mg!!Einn. in Apo)-somit bekam ich nur noch die Amp. mit! (Auch nur durch das starke Vertrauen meiner Ärztin in mich..) Jedenfalls wurde mein 2eit -Arzt (vielverschreibender Benzo-Arzt/Codein) abgesägt-und hab nun auch nurmehr meine Substi Ärztin,die mich nun auch mit Benzos substituiert(hab vorher ALLES an B´s genommenECHT ALLES ca. 15 Tb.>/T.), hat mir ebenfalls versprochjen was zu tun das ich zu den Hci-Amp. meine 500 Substi auch mitbekomme. Ich bin nur sehr froh das ich mich schon vorher auf "nur "2 St. Lorazepam 2.5mg+4 *0.5mgAlprazolam+Lormetazepam runtergholt hab,denn sonst hätt ich jetzt den schlimmsten B-Kracher dens gibt Und jetzt ist halt zwar so das ich fast "keine" (wenig)B´s nehm aber zur "morphinsubsti" noch immer ,wie du halt so starkes Beikonsumbedürfnis habe nach Koka,undH,andere Opis,Alc....(Hast du ,hattest du auch nen pharmazeutischen Beruf?? Durch deine vielen "Drugs" die du runtergespült hast-weil bei mir wars vor 2 Jahren auch dasselbe ca. 1000-3000 TBS! wegghaut+Reinsubstanzen:Ephedrine,Cocahydroclorid,PANTOPON! heul.gif ,CodiPhospat+HCI,blablabla..,aber sonst wär ich tot,meine Mutter hat mich gezwungen*dg*(GottseidaNK WAR DAS MEISTE C schon weg...,war geil,egal)So-was ich dir eigentlich sagen will,ist,rede doch mit deinem Arzt ob du kein besseres Substitut kriegen kannst,weil das Subutex (hat meinen Brother ge´killed!)echt nicht das beste für die Psyche ist! Ich kan nur davon sprechen was ich bei meinem Br. gesehn hab,)Und kann leicht sein das das Subutex schuld an den unbefriedigten Drogenbedürfnis ist-denn bei M ists besser ,auch durch die mittlere Sedierung,sicherlich. Ich denke das dus sicher mitheim kriegst, aber ich würd halt schaun ob du was besseres kriegen kannst,naja bei fragen wend dich halt an mein Profil!Ciao Alles Gute-Morpheus!

Edit:Fullquote entfernt

Der Beitrag wurde von millon bearbeitet: 23.6.2006, 20:36


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"WIR ALLE sind reisende,auf dem selben Boot, um die REISE angenehmer zu machen gibt es für jeden den "angenehmsten Reisebegleiter",jedoch rennen manche bloß wirr umher ,auf der SUCHE nach desselben..
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MorpheusI
Beitrag 23.6.2006, 18:23
Beitrag #8


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Ne,du wegen des Codeins brauchst dich nicht allzu fürchten,da ich auch mal für 11/2 J. auf C war JEDEN TAG...wurde viel monotoner als "M" oder allesander-eine graue scheinwelt irgendwie-jedenf. dauert der Entzug bei normaler Toleranz immer nur ne woche! 100pro! Aber dafür ein richtig fetter,"H" -Affe! Bei mir -nach den 11/2 j. wars DER Hammer!Muss ich sagen....,Zittern,Schwitzen,Kotzen,Frösteln,Fieber,Durchfall,usw....,und es zahlt sich nicht aus-für das was du vom Codi kriegst dafür(ausser du empfindest es wirklich viel geiler!) Dann viel Glück&Spaß! Morpheus zwinker.gif

Edit:Fullquote entfernt

Der Beitrag wurde von millon bearbeitet: 23.6.2006, 20:37


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Mûreth
Beitrag 23.6.2006, 19:33
Beitrag #9


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@ Sonne

ZITAT
Irgendeine Lösung gibt es immer, auch für Dich.

Was mir sehr nahe geht, ist Dein junges Alter, das berührt mich sehr. Mein Freund war 15 beim ersten Druck Shore, heute ist er 37 und immer noch drauf, wenn auch heutzutage nicht mehr auf Heroin bzw. nur an Weihnachten oder so.


Das will ich doch schwer hoffen! zwinker.gif

Eine Lösung gibt es immer, manchmal muß man eben nur eine Weile durchhalten.


Mein Alter... Tja, was soll ich dazu sagen? Das Ganze ist für mich ohnehin eine recht zwiespältige Sache: Einerseits habe über längere Zeiträume mit meinem Leben gespielt, mir eine Menge an Möglichkeiten verbaut und natürlich meiner Entwicklung geschadet, andererseits bekam ich in meinen heftigen Zeiten auch die Möglichkeit, eine Menge über mich und das Leben im allgemeinen zu lernen. Wie jeder andere Junkie habe auch ich Dinge gesehen und erlebt, an denen ich schwer zu beissen hatte. In einem so jungen Alter prägt das natürlich schon...

Die Möglichkeit, solche Erfahrungen zu sammeln, sind den wenigsten Leuten "vorbehalten". Menschen, die abhängig sind, sehen sich eben höheren Erwartungen und mehr Problemen gegenübergestellt, als der Ottonormalbürger. Aber man hat dadurch auch die Möglichkeit, über sich selbst hinauszuwachsen.

Heute sehe ich es so: Hätte ich nicht bestimmte Dinge erlebt und meine Schlüsse daraus gezogen, so wäre ich heute nicht der, der ich bin. In diesem Sinne hat die ganze Sache wohl auch etwas positives...


ZITAT
Ich will Dir Deine Hoffnung nicht nehmen, Du weißt aber wohl bereits aus bisherigen Erfahrungen, dass es besondere Schwierigkeiten mit sich bringt, wenn bereits in der körperlichen Entwicklung so krass konsumiert. Christiane F. beispielsweise ist heute immer noch mit Pola substituiert, hat es auch nie gepackt, trotz unzähliger Versuche.


Da hast du natürlich recht.
Mir sind genug Leute begegnet, die wegen ihrer anhaltenden Sucht schließlich resignierten, und aufgegeben haben. Allerdings ist das nichts für mich. Sogar WENN keinerlei Aussicht auf Hoffnung bestehen sollte, würde ich wahrscheinlich dennoch versuchen, das Unmögliche zu bewerkstelligen.

Es geht einfach darum, Herr seiner Selbst zu sein. Die Hoffnung eben nicht aufzugeben und weiterzukämpfen.
Meine Situation empfinde ich aber ohnehin nicht als sooo schlecht, wie die von manch anderem. Im Gegenteil, trotz allem konnte ich diverse Schulen mit ausreichend guten Noten abschliessen, eine Ausbildung machen und meiner Arbeit nachgehen. Im privaten Umfeld hat sich auch einiges gebessert. Die Voraussetzungen sehe ich daher als deutlich günstiger an, als vor einigen Jahren.

Ich versuche eben einfach, das Beste draus zu machen...

@ Morpheus

Hi! zwinker.gif

ZITAT
tja ,leider sind un zuu viele "sehr junge " Druffies bei unkontrolliertem Umgang mit Opi´s und Benz.+Alc. auf div. "Schrott-Partys" auch gestorben!


Hm, wenn du mit Morphin substituiert wirst, kommst du wohl aus Österreich. Ich finde es, ehrlich gesagt, doch sehr verwunderlich, dass man die Substitutionsbestimmungen bzw. die Verschreibung retardierter Morphine bei euch nicht schon längst unter schärfere Kontrolle gestellt hat- schließlich ist es wohl auch den meisten Ärzten bekannt, wieviel Morphin auf dem Schwarzmarkt erhältlich ist.

Aber irgendwie beneide ich dich... hier in D gibt es -im Vergleich zu M.- nur räudige Substitute! zwinker.gif

Übrigens lag ich auch schon wegen diverser Kombos mehrmals auf der Intensivstation. Grade die jüngeren Junks sind da teilweise doch leichtsinniger als die Älteren... ist zumindest meine Erfahrung.

ZITAT
wie du halt so starkes Beikonsumbedürfnis habe nach Koka,undH,andere Opis,Alc....(Hast du ,hattest du auch nen pharmazeutischen Beruf?? Durch deine vielen "Drugs" die du runtergespült hast-weil bei mir wars vor 2 Jahren auch dasselbe ca. 1000-3000 TBS!


Während der Substitution war ich eigentlich immer frei von jeglichem Beikonsum, außer eben gelegentlich ein Bier oder eine Nase Speed. Ansonsten war das Verlangen aber nicht da- auch nicht nach Benzos oder Koks. Shore ist da bei mir ein anderes Kaliber... Darauf keine Lust zu haben, ist fast unmöglich.

Einen pharmazeutischen Beruf habe ich nicht, aber ein Großteil meiner Familie arbeitet im medizinischen Bereich- beide Elternteile und 2 Tanten. Die vielen Tabletten hatte ich woanders her... von einer damaligen Freundin. Deren Mutter arbeitete bei Merck-Dura (Jaja, der gute, alte Drogen-Merck^^) als Vertreterin. Sie war ebenfalls von diversen Opioiden abhängig.

In ihrem Haus stand in jeder Ecke eine Tilidinflasche, überall lag Tramadol rum... ihre Tochter konnte da lange Zeit sehr große Mengen einstecken, ohne dass es aufgefallen wäre. Übrigens waren das alles Muster...
Verständlicherweise kam mir ob dieser zyklopischen Menge an Schmerzmitteln auch schon der Gedanke, einen solchen Beruf zu ergreifen! freak.gif

Zum Benzo-Konsum: Runterdosieren ist sicherlich die beste Alternative, aber ich mußte damals zwangsweise sehr schnell clean davon werden, da mir sonst der Rausschmiss aus dem Metha-Programm gedroht hätte... Also hab ich es zuhause durchgezogen. Anscheinend war mein Entzug da noch sehr mild, wenn man ihn mit den Schilderungen anderer Leute vergleicht. 2-3 Wochen gings mir richtig dreckig, Halluzinationen, Schreikrämpfe, schwerste Angstzustände, Schlaflosigkeit, epileptische Anfälle usw. usw.
Danach hatte ich noch einige Wochen Angstzustände und war sehr fahrig.
Nach dieser Zeit war aber alles in Ordnung.

Habe damals auch verschiedene Benzos genommen, meistens aber nur die gängigen- Diazepam, Flunitrazepam, Bromazepam und Oxazepam. Alprazolam hatte ich noch nie, ist bei uns auf dem (Schwarz)Markt auch nicht erhältlich.

ZITAT
Ne,du wegen des Codeins brauchst dich nicht allzu fürchten,da ich auch mal für 11/2 J. auf C war JEDEN TAG...wurde viel monotoner als "M" oder allesander-eine graue scheinwelt irgendwie-jedenf. dauert der Entzug bei normaler Toleranz immer nur ne woche!


Naja...

Was ist eine "normale Toleranz"? Ich vermute, dass die meinige momentan recht niedrig ist. Ich komme mit zwei Einnahmen am Tag recht gut hin, sind etwa 250 mg.

Es meinten aber schon mehrere Leute zu mir, dass ein Codeinentzug eine wirklich unschöne Sache wäre, und bis zu 6 Wochen dauern könne.

"Schlimmer als ein H-Affe! Viel schlimmer!"- Das hör ich aus fast jeder Ecke... Wenn es wirklich nur eine Woche wäre, käme ich damit gut klar. Zumal ich mich vorher auch sorgfältig runterdosieren würde- bringt m.E. eine ganze Menge.

Codein gibt mir übrigens nicht wirklich viel, aber man merkt doch, dass man ein Opiat konsumiert. Morphin, Hydromorphon oder Heroin euphorisieren sicherlich mehr, aber mir geht es mehr darum, nicht andauernd "Hunger" zu haben oder mich schlecht zu fühlen.
Momentan ist es auch das einzige Substi-taugliche Mittel, mit dem ich keinerlei Beschaffungsprobleme habe. Codein geht immer, zu einem annehmbaren Preis. Eigentlich ist das mein Hauptgrund es zu nehmen...^^


P.S: Subutex länger als ein Jahr zu nehmen, würde ich auch garnicht mehr machen. Es entfaltet bei mir äußerst seltsame Nebenwirkungen, beispielsweise bekomme ich davon Migräne, die aber nach dem Absetzen auch wieder verschwindet. Kein Mittel für jahrelangen Konsum- aber sehr gut, wenn man aufhören will. Andererseits mag ich die stark sedierende Komponente vieler Opiate nicht- Subutex ist da etwas besser.


Grüße
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cat
Beitrag 25.6.2006, 18:48
Beitrag #10


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hallo mûreth!

Also, hier in münchen, ist es so, daß es einige ärzte gibt die dich privat aufnehmen; bei einem kostet das erst-/ und einmalig 240 euro und ab dann musst Du glaub ich "nur noch" das betreffende Substitut bezahlen, was natürlich besonders bei subutex teurer ist. Weiss jetzt aber nicht ob der nur Privatpatienten nimmt oder
er Deinen Besuch alle Quartale mit der (zb) AOK - karte als Arzt abrechnet und Du aber das Subutex dann auf Privatrezept bekommst, (heisst: zahlst die subies was sie kosten, ( ich glaube eine 8mg schachtel mit 50 kostet ca 127 euro....müsste auf meine alten rechnungen schauen wenn man kein reguläres Rezept hat)
Zurück zu Deiner Frage, hier bekommst Du schnell take home tec. mit Arbeitsvetrag sowieso.
Aber in den meisten "normalen" Substiambulanzen/ -praxen, bekommst mit Arbeitsvertrag schon vor Ablauf der 3 oder 6 monatigen Frist take home oder zumindest die sog. Apothekenmitgabe wo du dann (meistens eine Apo Deiner Wahl) dort dien subutex lutscht oder mitbekommst für den Tag.
Ich muss zugeben ich habe deinen eintrag buissl überflogen.....aber denke ich habe dein Anliegen verstanden.
Dann gibt es noch Ärzte, oft auch welche die "normalen" Patienten behandeln und die sich Ihre Patiennen aussuchen. musst einigermassen normal. gepflegt. dehrkonmen und nicht unbedingt dicht einlaufen....is ja eh klar. da gibt es verschiedene, manche richten sich nach den typischen substi regeln, manchen Ärzten gehts es am a... vorbei was derjenige macht, und gibt das "zeigl" schnell mit. oder zumindest fürs Wochenende, weil die da natürlich frei haben.
So, 2. Ich habe gehört, dass nahe Saarbrücken an irgendeiner Grenze (frankreich oder ä.) Subutex sehr billlig aufm Schwrzmarkt verkauft wird. Subutex wurde angeblich ja in france zuerst angewandt. in indonesien solls das zeug frei zu kaufen geben.

Tja, ruf alle ärzte an und frag (wie, ab wann, wieviel etc..)

viel Erfolg!

smackcat
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