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Welcher Wirkstoff war im alten "Rosimon" ?
marsupilami
Beitrag 8.5.2009, 12:12
Beitrag #1


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In den 1970ern gab es das Medikament Rosimon, dessen Inhaltsstoff als
Opiat und Stimulans gleichzeitig wirkte, es wurde dann der Inhaltsstoff
geändert und als "Rosimon Neu" vermarktet, das verschwand aber auch
bald wieder aus den Apotheken. Weiß zufällig, wie der Wirkstoff im alten
Rosimon hieß?

Zweitens: Ob neu oder wiederentdeckt, es gibt eine Substanz, ziemlich einfach
aufgebaut, die Formel sieht aus wie ein erweitertes Phenethylamin, ist es auch.
Es wirkt als Opioid (Vollagonist) und Amphetamin ähnlich. Ich habe leider den Namen
vergessen. Es handelt sich aber nicht um den Wirkstoff aus Frage 1 ^

Falls Jemand Info hat, her damit (bitte)

LG,

Marsu


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Narkoomi
Beitrag 8.5.2009, 19:13
Beitrag #2


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Hallo marsu...okay. ich hab hier ne Rote Liste von 1975 ( abgestaubt aus ner Apoauflösung), in der beide von Dir genannten Mittel aufgeführt sind...holla, ich hoffe, ich krieg´s hin, dass hier richtig aufzuschreiben.
1.) Rosimon enthielten: Phenylaethylessigsäure-ß-diaethyl-aminoaethylester-citrat 27mg, Coffeein 63mg, Salicylamid 180mg, Phenacetin 270mg, Aminophenazon 45mg, Phenobarbital 45mg....Indikation: Schmerzen aller Art, auch stärkeren Grades, Spasman, Dysmenorrhoen, zur Einsparung von Alkaloiden.
2.) Rosimon neu: 1-Phenyl-2,3-dimethyl-4-(2'phenyl-3'-methylmorpholinyl-(4)-methyl-pyrazolon-(5)-hydrochlorid-dihydrat (Morazon) 0,15g, Aminophenazon 0,05g, Salicylamid 0,2g.....Indikation ist exakt dieselbe wie bei den normalen alten Rosimon.
Hoffe, konnte Dir weiterhelfen...hab´s hoffentlich fehlerfei abgetippt.
Liebe Grße
Bine

Der Beitrag wurde von Narkoomi bearbeitet: 8.5.2009, 19:20


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marsupilami
Beitrag 8.5.2009, 21:07
Beitrag #3


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Daaaaaaanke!

Ja, war sehr hilfreich!

LG,

Marsu

edit:

stehen da auch Rohypnol Tabletten mit 5 mg drin?

Der Beitrag wurde von marsupilami bearbeitet: 8.5.2009, 21:23


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Practicus
Beitrag 9.5.2009, 22:38
Beitrag #4


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'75 gab es noch kein rohypnol, damals war bromazepam so etwa das neueste überhaupt (Lexotanil) - das erste halogenierte benzodiazepin

betr. rosimon: erstaunlicherweise wurde rosimon-neu wesentlich intensiver missbraucht als das "alte" rosimon... hatte wohl eine eher amphetaminartige wirkung, akzidentelle überdosierungen mit todesfolge waren recht häufig...

damals wurden injizierbare opis idR auch in kombination mit atropin oder scopolamin verordnet, ne quälerei für die patienten... es gab eine riesenauswahl an präparaten, aber keine vernünftige analgesie damit

gruß

praxx
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Kassel_hustle
Beitrag 10.5.2009, 02:16
Beitrag #5


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eine heftige kombi das zeug auch noch mit phenobarbital drinne, das schreit ja geradezu danach todesfälle zu verursachen... kein wunder das es vom markt genommen wurde, auch wenn mich dieses nicht mehr aktuelle opi einmal reizen würde (wie so alle opis....)


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Tilidin ca450mg tgl.+ min.20mg bis 70mg phenazepam manchmal noch dazu zum schafen (selten) nen dipper eti (schlafen)alles jeden tag seit 3 monaten im 4 tages rhymus (zu oft) da mdpv+oft weed
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marsupilami
Beitrag 10.5.2009, 10:16
Beitrag #6


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@ Practicus: Irrt die Wikipedia?

ZITAT
Das Präparat kam 1975 auf den europäischen Markt, die Vorläufer sind aber schon älter.


Ich habe das (alles angeblich, ohne Pics oder Quellen) mit den 5 mg Tabletten,
die aber sehr schnell wieder eingestellt wurden, in einem internationalen Forum
gelesen, und vielleicht war das ja auch nicht in Deutschland.


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Narkoomi
Beitrag 10.5.2009, 15:46
Beitrag #7


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Hab nochmal die Liste durchgeschaut, also Rohypnol sind da gar nicht drin, hat Praxx Recht....die ganzen Hypnotika, die dort aufgeführt sind, enthalten eigentlich alle Barbiturate (Hexo,-Pento, -Allobarbital usw.)
Lexotanil bzw. Bromazepam kann ich in der ´75ger Ausgabe nicht finden, als Benzos lediglich Librium, Adumbran, Limbatril, Tranxillium, Tavor und Valium.Und natürlich ne ganze Menge Mittelchen mit Meprobamat, das war damals auch in vielen Medikamenten solo oder mit drin (gab übrigens ein Meprobamathaltiges Mittel bis Anfang 2000 oder bis 2003, weiß nicht genau, war aber nix erwähnenswertes)
Dieses Buch ist ein wahres Schätzchen, lese gerne drin, was es damals alles gab...uiuiuiui.
LG


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marsupilami
Beitrag 14.5.2009, 11:55
Beitrag #8


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Meprobamat ist übel, ich hatte mal im Ausland welches verschrieben bekommen *hust*
und mich in einer Notlage (Hohe Benzotoleranz, aber fast nix mehr im Haus) mit
dem Zeug abgeschossen. Der Entzug war zwar "irgendwie weg", dafür hatten die 9 * 500 mg
eine solche Krampflösende Wirkung, das ich nicht mehr gehen konnte, für ca 18 Stunden,
mir sind halt durch die total entspannten Muskeln die Beine weggeknickt.
Doofes Zeug.


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marsupilami
Beitrag 3.6.2009, 17:06
Beitrag #9


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Die Rosimon Neu waren auch noch Rezeptfrei! Wie oberkrass:

ZITAT
ROSIMON NEU ein rezeptfreies Analgetikum in der jugendlichen Drogenszene
Von M. Daunderer und W. Janzen

Aus dem Städt. Krankenhaus München-Schwabing, I. Med. Abt. (Chefarzt: Prof. Dr. med. H. Begemann)

und dem Institut für Rechtsmedizin der Universität München (Direktor: Prof. Dr. med. W. Spann)



Rosimon-Neu (RN) enthält pro Tablette 50 mg Aminophenazon, 20 mg Salicylamid und 150 mg Morazon. Im Morazon liegt ein chemisch maskiertes Metamphetaminderivat vor (s. Dann-Hauck). RN wird in der Bundesrepublik Deutschland z. Z. noch rezeptfrei als Analgeticum verkauft. Im Jahre 1970 wurden in München gehäufte Vergiftungsfälle mit RN, dabei zwei tödliche (Suicide) registriert. Eine Untersuchung zeigte, dass RN eine der häufig gebrauchten sogenannten „weichen Drogen" in der jugendlichen Drogenszene ist.



Klinik:

Therapeutisch wird RN wegen seiner analgetisehantiphloggistischen Wirkung bei starken Schmerzzuständen eingesetzt. "Von jugendlichen Rauschgiftkonsumenten wird es jedoch als Psychostimulans in Verbindung mit Alkohol, Coffein oder anderen Drogen missbraucht. Auf den Amphetamineffekt mit Bewusstseinserweiterung und Verminderung des Schlafbedürfnisses folgt eine depressive Erregung, die zur Neueinnahme des Präparates in steigender Dosierung oder bei ungünstiger Psychokonstellation zum Suicid führt.

Zwei dieser Vergiftungen endeten tödlich trotz intensiver Reanimationsversuche in unserer Klinik.


Quelle:

toxcenter.de/artikel/Erster-Vortrag-erste-Publikation-Rosimon-Neu.php



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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 27.6.2017 - 04:28