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Literatur
Sonne
Beitrag 22.9.2004, 21:24
Beitrag #1


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@ash
Seltsam, im Nebel zu wandern
Leben ist Einsamsein
Kein Mensch kennt den andern
Jeder ist allein

Gibt's hier Leute, die gerne (gute) Bücher lesen???

Zumindes bei Dir, ASH, könnte es naheliegend sein!? HH-Fan? Oder einfach nur so dieser Anhang?

flower.gif

Der Beitrag wurde von Sonne bearbeitet: 13.4.2005, 13:43


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Es ist nicht die Sehnsucht nach dem Tod...
Es ist die Sehnsucht nach dem vollkommenen Leben...
NIRVANA
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millon
Beitrag 22.9.2004, 22:18
Beitrag #2


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ZITAT
Gibt's hier Leute, die gerne (gute) Bücher lesen???


Jaaa d.gif

Sorry schreib morgen mehr, ist chon wieder soo spät :/


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"Gib einem Menschen Feuer und er hat es einen Tag lang warm,
zünde ihn an und er hat es den Rest seines Lebens warm." Terry Pratchett
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millon
Beitrag 23.9.2004, 22:44
Beitrag #3


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Ok, was verstehst du denn unter guten Büchern? Weltliteratur? Kultbücher?
Ich schreib mal auf was ich so im letzten Jahr gelesen hab und was ich gut fand.

Sofies Welt - Jostein Gaarder
Einbruch der Nacht - Asimov/Silverberg
2 Bücher von Neil Postman Titel hab ich grad nicht zur Hand
Zonenkinder - Jana Hensel
Als ich Deutsche war - Bielenberg
Die Welt in jenem Sommer - Muller
Der Report der Magd - Margaret Atwood
Dieses Buch von Traudl Junge (Hitlers Sekretärin)

mehr fallen mir atm nicht ein

eins was mir irgendwie garnicht gefallen hat:
Fiskadoro - Denis Johnson

Das war so das letzte Jahr..

mist schon wieder so spät freak.gif


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Fentanyl
Beitrag 24.9.2004, 00:33
Beitrag #4


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Ich lese gern technische Literatur, desweiteren mag ich Medizinthriller, sofern sie faktisch richtig sind (z.B. die von Robin Cook) sehr gern, weil sie zwei Sachen verbinden, die ich mag: Pharmazie und Action smile.gif

Ihn der letzten Zeit lese ich allerdings ausschließlich Bücher, die sich mit Linux, Webcoding oder Netzwerktechnik befassen, generell ist der gesamte PC-Bereich etwas äußerst reizvolles und Faszinierendes smile.gif

MfG; Fenta


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Capcom
Beitrag 24.9.2004, 18:50
Beitrag #5


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Also mein Favorit heißt:

"Spüre die Welt - Die Wissenschaft des Bewußtseins"
von Tor Norretranders

Kuckst Du-->Buchzusammenfassung...

Ist nicht ganz leicht zu lesen, aber wer sich in die Richtung interresiert...(hat mein Bewußtsein mehr erweitert als jede Psychedelische Droge es je könnte... zwinker.gif

Ansonsten bin ich schon ne weile mit:
"Psychologie" von Zimbardo beschäfftigt--aber recht heftig zu lesen.

Greez Cap..

P.S:@Fenta...welche Bücher kannst du als Einstieg in die EDV-Welt empfelen...wie gesagt ich fang grad mein Studium an (Software-und Kommunikationstechnik)...hab zwar schon ein paar Grundkenntnisse aber es sollten schon wirklich Einsteigerbücher sein---THX
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Fentanyl
Beitrag 26.9.2004, 20:38
Beitrag #6


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Welchen Bereich der EDV? Da gibts tausende von Sachen, über Grafik, Betriebssysteme, Netzwerke, Textverarbeitung, Datenbaken, Entwicklungsumgebungen, diverse multimediasachen, wissenschaftliche Applikationen, .... etc.

MfG; Fenta


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Sonne
Beitrag 27.9.2004, 16:19
Beitrag #7


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Mit schöne Bücher meine ich eigentlich (fast) alles außer Groschenromanen. Hat mich nur mal interessiert, was Ihr gerne so lest.

Abgesehen von klassischer Literatur lese ich auch querbeet. Was ich nicht so mag, sind diese Bücher in den Frauen als dämlich verkauft werden. Also diese Bücher, die unter dem Deckmäntelchen von Frauen für Frauen geschrieben sind, in denen es aber letztendlich nur um Klamotten, Karriere und Egozentrik geht. Sowas in der Art wie Sex and the City. Bei sowas frage ich mich oft, wofür die Frauen jahrelang gekämpft haben und auf die Straße gegangen sind.

Was ich die letzten Monate sehr gerne gelesen habe war Haruki Murakami. Der schreibt wirklich ganz wunderbar phantastische Geschichten. Bisher habe ich von ihm gelesen: Gefährliche Geliebte, Wilde Schafsjagd, Der Tanz mit dem Schafsmann, Mister Aufziehvogel sowie Hard-Boiled-Wonderland und das Ende der Welt.
@ Millon: Die Bücher, die Du gelesen hast, kenne ich auch fast alle und finde sie schön. Der Murakami könnte Dir also evtl. gefallen.

Das Hard-Boiled Wonderland hat mir persönlich am besten gefallen, wobei dieses jedoch auch das am wenigsten reale ist.

Viele Grüße, Sonne.


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Fentanyl
Beitrag 27.9.2004, 17:42
Beitrag #8


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ZITAT(Sonne @ 27.9.2004, 17:19)
Bei sowas frage ich mich oft, wofür die Frauen jahrelang gekämpft haben und auf die Straße gegangen sind.

Ich mich auch - diese ganzen Frauenbewegungen der letzten Jahre/Jahrzehnte finde ich einfach derbe albern, genauso wie überzogenes Machogehabe. Wirklich starke Frauen haben es nicht nötig, sich zu gruppieren, die ziehen einfach ihr Konzept durch und sie schwimmen auch nicht mit dem Strom. Und eine Frau soll sich natürlich auch (auf kompetente, straighte Art, keine Zickerei!) durchsetzen können - aber nicht, weil sie eine Frau, sondern weil sie ein Mensch ist.

so finde ich smile.gif (passt zwar nicht direkt zum Thema, aber es war mir einfach mal ein Bedürfnis, das zu sagen zwinker.gif)

Und um noch was zum Thema zu sagen "Sex and the City" mag ich auch nicht - das ist extrem langweilig, trashig, und das Thema Sex ist ohnehin sowas von durchgekaut, durcher gehts nich...

MfG; Fenta


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Sonne
Beitrag 4.10.2004, 17:19
Beitrag #9


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Mir ist noch was weiteres lesenswertes eingefallen.

Aber Warnung: die Bücher basieren auf dem wahren Leben des Jungen, der sie geschrieben hat. Der Junge ist Anfang 20 und die Geschichten sind echt traurig und erschreckend.

Der Autor heißt J.T. LeRoy.

Ich habe Sarah und Jeremia von ihm gelesen. Wenn es einer liest oder schon kennt, sagt mir mal, wie es Euch gefällt.

LG, Sonne mit Kittykatzen-Tatz.

wink.gif


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millon
Beitrag 4.10.2004, 17:35
Beitrag #10


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Mist, hab einfach zu wenig Zeit zum lesen, stapeln sich schon 3 ausgeliehene Bücher hmpf.gif
Mir sind noch eingefallen:
'Der futurologische Kongreß' und
'Solaris'
beide von Stanislaw Lem, sollten bekannt sein, vom Titel her, ich kannte noch nichts
von ihm, haben mir gut gefallen. Würde gern alle Bücher im Original lesen, aber ein Sprachgenie
bin ich leider auch nicht. sad.gif


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Kodiak
Beitrag 5.10.2004, 15:40
Beitrag #11


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Von Stanislaw Lem sollte auf jeden Fall noch "Sterntagebücher" erwähnt werden.
Der Erzähler ist wieder Ijon Tychis und seine Reisedokumentationen bewegen sich zwischen extrem abgedrehtem Humor und tiefgründiger Philosophie...
Wen's interessiert: einfach mal in ner Buchhandlung in die erste Geschichte reinlesen zwinker.gif

Und wer Lem schätzt, dem gefallen bestimmt auch einige Bücher von den Brüdern Arkadij & Boris Strugatzki, zB
"Picknick am Wegesrand"
(wurde unter dem Namen "Stalker" verfilmt und das PC-Spiel basiert auch darauf)
"Das Experiment"
(konnte erst nach dem Ende der Sowjetunion veröffentlicht werden)
"Die bewohnte Insel"
(zwischen Mad-Max und Verschwörungsroman)
"Mittag"
(lange her, aber soweit ich mich erinnere, eine interessante Sammlung von SF-Kurzgeschichten)

Dafür kenne ich mich noch nicht so gut mit den westlichen SF-Autoren aus, ist aber in Arbeit zwinker.gif

Sterntagebücher

Picknick am Wegesrand

Das Experiment

Die bewohnte Insel
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Sonne
Beitrag 12.10.2004, 18:48
Beitrag #12


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Hey Kodiak,

danke für Deine Meinung zu schönen Büchern. Werde mir hiervon mal was kaufen. Hört sich interessant an.

Viele Grüße von Cindy und Tatz von Katz.


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SirDystic
Beitrag 26.10.2004, 16:40
Beitrag #13


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Benkert/Hippius: Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie :>

Schönes kleines Buch mit allem was der Mensch wissen muss d.gif
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diamorphin
Beitrag 8.11.2004, 22:27
Beitrag #14


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Lass mich die Nacht überleben

Trainspotting

Uns verbrennt die Nacht

Bittere Pillen 2k4 Deluxe Edition ^^


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diamorphin
Beitrag 9.11.2004, 17:27
Beitrag #15


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ach war billig,da dacht nehm ich mal mit


um die präperate von dem wirkstoffen rauszukriegen hat es mir geholfen zwinker.gif

Der Beitrag wurde von diamorphin bearbeitet: 9.11.2004, 17:28


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millon
Beitrag 12.11.2004, 00:13
Beitrag #16


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Grad spontan bestellt, Sabine Dardennes Geschichte.
Ich denke sie hat mehr Leid erlebt als die meißten sich überhaupt vorstellen können
und ist trotzdem nicht drann kaputt gegangen. Find ich faszinierend, freu mich auf das Buch.


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SirDystic
Beitrag 12.11.2004, 19:28
Beitrag #17


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Zur Psychopharmakotherapie kann ich nur den Benkert/Hippius empfehlen. Quasi das Standardwerk zu dem Thema.

edit: Ziggy: Der Mutschler ist eine sehr gute Empfehlung. Quasi die Bibel der Pharmazeuten. Sollte jeder Mensch im Haus haben zwinker.gif

Der Beitrag wurde von SirDystic bearbeitet: 12.11.2004, 19:29
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millon
Beitrag 14.11.2004, 20:22
Beitrag #18


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Hi Leute,

ZITAT
grundsätzlich gehe ich auch davon aus, daß die Sabine D eine sehr starke Frau ist.
Aber daß sie "trotzdem nicht daran kaputtgegangen ist"

Das war wohl ziemlich platt ausgedrückt mit dem 'kaputtgehen'.
Mir fällt aber auch grad kein besserer Vergleich ein, kenn auch Leute denen viel
Leid angetan wurde, die Wunden haben die nicht mehr zu heilen scheinen.
ZITAT
Das was kaputtgegangen ist, geht in diesem Fall nicht mehr zu kitten. Zu
verarbeiten, zu akzeptieren ja. Aber eine solche Wunde ist nicht wieder zu
schließen.

Ja anscheinend geht es doch, drum will ich ja ihre Geschichte lesen, will wissen mit
welchen Strategien sie ihre Erlebnisse verarbeiten konnte. Einfach verdrängt hat
sie es ja nicht und auch keine Therapie gemacht (stand im Spiegel), ich weiß nicht
was sie getan hat, ich hoffe nach dem Buch werd ich's wissen.
ZITAT
Jedenfalls würde es mich freuen, wenn Du mir nach dem Lesen sagst, wie
es Dir gefallen hat.

Klar, dafür ist dieser Thread ja eigentlich da zwinker.gif


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millon
Beitrag 14.11.2004, 22:47
Beitrag #19


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Hier der erwähnte Artikel, den ich nichtmal besonders gut geschrieben finde
(eben Spiegeldurchschnittsniveau) aber er hat mich halt neugierig gemacht.
Quelle kann ich euch nicht geben, weil Artikel ist nicht frei.

ZITAT
Das Leben danach

Von Barbara Supp

Sabine Dardenne war ein Opfer des Kinderschänders Marc Dutroux.
Acht Jahre lang schwieg sie, es hat ihr gut getan. Nun beschreibt sie in
einem Buch ihren Kampf um Normalität.


Sie kam zurück und fühlte die Blicke, die mitleidigen, "komm, lass dich umarmen", oder die anderen
von Leuten, die sich "Dinge vorstellten", die mit einer Zwölfjährigen passiert sein könnten im Kerker
von Marc Dutroux. Sie sagt, sie habe immer versucht, die Blicke abzuschütteln, "auch wenn sie mich
anschauten, als käme ich vom Mars".

Sie raucht schnell und hastig, es wird Abend, Oktober, ein früher, flackernder Sonnenuntergang über
Paris.

Sie kam zurück aus einem Keller in der belgischen Kleinstadt Marcinelle, Sabine Dardenne, Opfer des
Kinderschänders Dutroux, 80 Tage eingesperrt und missbraucht, sie spürte diese Blicke, "das war das
Schlimmste, nachher", sagt sie.

Jetzt, gut acht Jahre später, sind diese Blicke wieder da. Seit dem Dutroux-Prozess im Frühjahr kennt
man ihr erwachsenes Gesicht und wird es bald noch besser kennen, es liegt in Buchhandlungen aus, in
Frankreich, Belgien, Deutschland, in bald 30 Ländern insgesamt. Da ist ihr Buch, sie hat es so gewollt*.
Mademoiselle Dardenne, schmal, die Augen von Lidstrich umrahmt, ein kleiner Glitzer in der Nase;
eine 21-Jährige, die nicht älter wirkt als 21, seltsamerweise nicht. Sabine Dardenne, von Regalen
umstellt in einem Büro im 49. Stock über Paris, bei ihrem Verlag "Oh! Editions" im Turm
Montparnasse. "Ich war 12, nahm mein Fahrrad und machte mich auf den Weg zur Schule", so heißt ihr
Bericht im französischen Original.

Es ist die Geschichte eines Mädchens, das zurückkommt, eine Geschichte, die mit jener zusätzlichen
Angst der Familien von Vermissten konfrontiert - und wenn sie wieder da ist, meine Tochter? Wie ist
sie dann?

Sabine Dardenne hatte 80 Tage Missbrauch, Dreck, Todesangst hinter sich, 80 Tage mit dem
stinkenden Atem dieses Mannes, den sie "das Schwein" nennt und der ihr erklärt: "Du bist meine neue
Frau". Der sie zu Nächten im Doppelbett zwingt, ihren Fuß an seinen gefesselt, dem ihre Schmerzen
egal sind, stell dich nicht so an, beim ersten Mal tut es eben weh.

Sie konnte damals noch nicht wissen, dass mindestens vier Mädchen die Begegnung mit Dutroux nicht
überlebt hatten, An und Eefje, Julie und Mélissa. Sie wurde befreit am 15. August 1996, zusammen mit
Laetitia, die sechs Tage lang ihre Gefangenschaft geteilt hat, und danach? Wie lebt man als eine, die
zurückkommt?

Laetitia Delhez empfing Besucher, sprach mit Fremden, knapp eine Woche nach ihrer Rückkehr saß sie
im Wohnzimmer bei ihrer Mutter und schien sich zu freuen über Journalistenbesuch aus Deutschland,
saß aufgeregt, hektisch und kaum zu Atem kommend zwischen Blumen und Briefen und Geschenken,
strahlend, so, als habe sie noch nicht recht begriffen, was in diesen Tagen bei Dutroux geschehen war.

Sabine Dardenne schwieg über ihre Geschichte, acht Jahre lang.

"Es war mein Problem, meines. Ich musste damit fertig werden, allein."

Paris versinkt in der Dunkelheit. Sie zieht ihren dicken hellblauen Wollschal fester um den Hals, sie
sagt "sie haben erwartet, alle, dass ich in Selbstmitleid versinke. Aber ich bin nicht so."

Eine Zwölfjährige, die Dinge erlebt hat, die sich die Familie nicht vorzustellen wagt. Die auf einmal
eng beschützt werden soll, die sich abwehrend in ihre Kammer unter dem Dach zurückzieht: "Es hilft
mir nicht, wenn ihr mich erstickt." Morgens nimmt sie ihr Fahrrad und fährt zur Schule. "Normal."

Es ist ein großes, wichtiges Wort geworden, dieses "normal".

Nicht fernsehen mit der Familie in jenen Tagen, da alles voller Dutroux ist, Dutroux, Dutroux, Dutroux.
Höchstens allein.

Die Freundinnen - sie sind 12, wirklich 12, sie selbst ist es nur noch dem Geburtsdatum nach, sie denkt
"ich bin alt geworden, vielleicht finden sie, dass ich mich aufspiele", aber dann läuft es besser mit ihnen
als mit den Großen. Diese 12-Jährigen stellen sich ja nicht Dinge vor. "Wenn ihr wüsstet", denkt sie
manchmal. Aber Gott sei Dank wissen sie nicht.

Den Eltern erzählte sie nichts. Der Mutter sagt sie: "Es ist geschehen, es ist nicht zu ändern, und du
wirst dich nur zehnmal schlechter fühlen, wenn du weißt, was geschah."

Sie will keine Therapie. Sie hat sich verordnet, normal zu sein, und wer normal ist, braucht keinen
Therapeuten.

Ein einziges Mal, auf Druck, hat sie so einen Termin, soll Figuren aus Tinte deuten und denkt, mir kann
keiner helfen, nur ich selbst.

Acht Jahre lang ist sie abgetaucht, erwachsen geworden, hat überlebt mit "meiner eigenen kleinen
Therapie": Zapping. Die Bilder wegblenden. Ausschalten, weg. Acht Jahre, in denen Belgien in einer
Staatskrise versinkt, im unendlichen Streit um dubiose Zeugenaussagen über pädophile Netzwerke,
Intrigen und Verschwörungstheorien, die den kompletten Staat in die Dutroux-Affäre verwickelt sehen.
Und mittendrin, im Auge des Sturms, von dem sie nichts spüren will, die schweigende Zeugin
Dardenne.

Sie sind schlecht für Belgien, diese acht Jahre, aber gut für Sabine Dardenne. Sie hat die Chance, in
aller Stille groß zu werden, geht zur Schule, findet Arbeit und einen Freund. Und stellt sich dann, in
diesem Frühjahr, dem Prozess. Stellt sich dem Schmerz jener Eltern, deren Kinder nicht groß geworden
sind, Gino Russo erträgt es kaum, dass man sie jetzt mit "Mademoiselle Dardenne" anredet, seine
Mélissa wurde niemals "Mademoiselle Russo".

Sie will es nicht, aber manchmal fühlt sie sich schuldig, überlebt zu haben. Fühlt sich schuldig Laetitia
gegenüber, weil sie zu Dutroux damals diesen Satz gesagt hatte, "ich will eine Freundin", und dann kam
er mit der entführten Laetitia: "Das hab ich für dich getan."

Die Scham, dem Manipulator Dutroux geglaubt zu haben. Dass ihre Eltern sie nicht zurückwollten.
Dass er ihr Beschützer sei vor einem großen, bösen, mörderischen Chef. Sogar das hat sie geglaubt,
dass Dutroux freiwillig zur Polizei gegangen sei, um sie und Laetitia zu befreien. Sie sah ihren Peiniger
vor der Kerkertür stehen, an der Seite von Uniformierten, und gab ihm ein Küsschen und sagte:
"Merci".

"Es fällt schwer, mir das zu verzeihen, dieses Merci."

Im abenddunklen Montparnasse-Turm sitzt eine junge Frau mit einem halben Lächeln, ein Rätsel, fast
jeder hatte erwartet, dass sie zusammenbricht.

Sie tat es nicht, wieso nicht?

"Resilient" ist ein Wort, das sie nun häufig zu hören bekommt, so nennen Psychologen solche
Menschen, die Traumata besser verkraften als andere und leichter aufbrechen können in eine neue
Existenz. Jetzt wird sie doch analysiert, von Ferne eben. Jetzt beugt sich ein belgischer
Jugendpsychiater namens Jean-Yves Hayez über ihren Text und entdeckt einen "sehr starken
Charakter", einen Menschen, der sich die Unterwerfung nicht erlaubt und protestiert, protestiert,
protestiert. Das tut sie, und darauf ist sie auch stolz. Sie schimpft über das Essen und den Dreck. Wenn
er sich an ihr vergeht, brüllt sie "Nein! Sie kotzen mich an!", und wenn sie nachts an der Kette neben
ihm liegt, darf sie nicht einschlafen, damit er sie nicht im Schlaf missbraucht, ohne dass sie die Chance
hätte zu schreien: "Nein!"

Er hat die Macht über ihren Körper, aber nicht die Macht zu definieren, wer sie ist.

Um ein Trauma zu überwinden, sagen Therapeuten, muss man das Erlebte zu einer Erzählung gestalten,
die Dinge benennen, berichten. "Sich nicht mitteilen zu können", meint der Psychologe James
Pennebaker, "ist meist noch traumatischer als das Ereignis selbst." Und als ob es das wisse, greift das
Kind Sabine in seinem Verlies zu der Überlebenstechnik, die ihm bleibt: Schreiben. Sabine formuliert
Briefe an ihre Familie, "Maman, er sagt, ich müsse mit ihm ,Liebe machen'. Ich muss ihn küssen, du
weißt schon, wie."

Die hässliche Ironie der Geschichte will es, dass sie diese Briefe für ihren Vergewaltiger schreibt, er
schickt sie nicht weiter, er benutzt sie, um sein Opfer zu manipulieren. Und die doppelte Ironie, dass
einige der Briefe später als Beweise dienen für die Verbrechen des Monsieur Dutroux.

"Couragiert, gefasst und stark" sei ihre Aussage vor Gericht gewesen, schreiben die Berichterstatter, sie
ist "ziemlich zufrieden" damit, sie hat ihn gesehen in seinem Glaskasten, und er war es, der die Augen
niederschlug. Einmal schrie sie ihm "Drecksau!" ins Gesicht, als Ausgleich für das schreckliche
"Merci".

Er hat lebenslänglich und wird nie wieder freikommen, "hoffentlich".

Aber es war nicht alles gesagt. Es war zu wenig Zeit vor Gericht. Es meldete sich "Oh! Editions" und
schickte ihr eine Co-Autorin, der hat sie "erzählt, erzählt, erzählt" und genug Lücken gelassen, um ihre
Würde zu wahren, nun hat sie dieses Buch.

Es gibt ja immer noch Menschen, die an die große Verschwörung glauben. Für Sabine Dardenne war
ein einzelner Widerling der Täter, "alles andere passt nicht zu dem, was ich erlebt habe", aber es gibt
Eltern von Opfern, für die das Verbrechen zu groß war für eine einzige miese Person. Es gibt Leute, die
unterstellten, sie habe unter Drogen gestanden 80 Tage lang und habe nicht gemerkt, wer außer Dutroux
an ihrem Körper war. Die können es jetzt lesen: Seht her, ich weiß noch alles. Seht her, ich bin klar im
Kopf.

Sabine Dardenne ist 21 und blickt auf die Welt hinunter von ihrem Turm in Paris, sie ist berühmt, aber
nicht mehr nur als Opfer. Sie ist Autorin, der Verlag hofft auf Millionenauflagen. Sie ist "superstolz"
auf ihr Buch, ihre Deutung, ihren Schlussstrich unter die Affäre Dutroux.

Ihre Eltern können es lesen, die nicht wussten, was sie machen sollten mit einer Tochter, die über das
Fürchterliche nicht sprach, die sie nicht im Prozess haben wollte, die ihnen die Briefe nicht gab. Sie hat
Bedauern für diese Eltern, die sich inzwischen getrennt haben, "was nichts mit mir und meiner
Geschichte zu tun hat". Noch so eine Schuld, die sie zurückzuweisen hat. "Sie haben sich zu sehr um
mich gekümmert und zu wenig um sich selbst. Ich glaube, ich bin besser mit allem fertig geworden als
sie."


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Beitrag 17.11.2004, 17:46
Beitrag #20


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Dorian Gray von Oscar Wild ist auch eines der Bücher, welches ich immer wieder lesen kann und mich auch immer wieder aufs Neue fasziniert. Wer es noch nicht kennt, sollte das mal lesen.

Sonne


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