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Abhängigkeit, einige Überlegungen
Fentanyl
Beitrag 29.3.2004, 22:43
Beitrag #1


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Ich möchte mal einige Schlüsse beschreiben, die ich während der letzten Jahre gezogen habe. Nicht alles selbst erlebt, aber wenn man die Wirkung genau kennt, lassen sich so Rückschlüsse auf Probleme und folgen ziehen, zudem habe ich anhand meiner Nikotinabhängigkeit (gottlob die einzige Droge, mit der ich Probleme habe) verschiedene Stadien erlebt, die ohne weiteres auch auf andere Drogen zutreffen, die die Euphorie steigern):

- Man ist eigentlich immer in gewissem Maße Abhängig, wenn man Drogen konsumiert - seien dies Opioide, Stimulatien, Halluzinogene, Alkohol, Nikotin, ...
Sobald eine Droge zu einem festen Bestandteil wird, ist man abhängig, d.h. der Konsum der Droge ist von bestimmten Faktoren Abhängig. Fester Bestandteil bedeutet auch z.B. Das Bier bei einer Party oder der wöchentliche / monatliche Konsum von Opioiden oder Amphetamin.

- eine oben beschriebene Abhängigkeit bereitet keine Probleme, solange man nicht ein schlechtes Konsummuster bekommt (jeden Tag, Spontankonsum, ...)

- Spontankonsumenten sind zwar vorerst nicht abhängig, allerdings ist die Gefahr einer starken Abhängkeitsbildung enorm hoch. Denn der Konsum ist zwar erstmal von nichts Speziellem abhängig, dafür ist die Gefahr, dass sich mit der Zeit negative Assoziationen bilden extrem. Das bedeutet, dass man dadurch, dass man nicht schon eine Rechtfertigung in Abhängigkeit von einem Ereignis oder Tag besitzt und sich dadurch frei Rechtfertigungen schaffen kann. Und die sind schnell da (Konsum weil Wetter schön, -Langeweile, -schlechte Laune, -whatever) Meistens sind das dann Faktoren, deren Frequenz sehr hoch ist, sodass dann sehr oft eine Rechtfertigung für den Konsum entsteht

- Aus zu häufigem Konsum entsteht auch leicht eine sehr starke psychische Abhängigkeit, da das induzierte Gefühl schleichend zur Referenz wird, also zum Maßstab. Dadurch rückt die "normale" Gefühlsebene eine Stufe tiefer und man fühlt sich, auch wenn man nicht physisch (körperlich) abhängig ist, ohne den Stoff gelangweilt und leicht dysphorisch. Es fehlt einem etwas. Auch wenn man da meistens noch nicht wirklich schlecht drauf ist - aber man fühlt sich nicht komplett.

- Eine Verlagerung der Referenz kündigt sich damit im Umkehrschluss durch eine massive Verschlechterung der Turnqualität an, teilweise auch durch ausgerägtes Geizen mit Zeit an Opioidtagen.

- Der Begriff „psychische Abhängigkeit“ oder „abhängiger Konsument“ wird in diesem Kontext recht schwammig, denn das was man unter einer starken psychischen Abhängigkeitversteht besteht dann, wenn der Konsument in Abhängigkeit von der Gefühlslage konsumiert und zudem eine Verlagerung der Referenz stattgefunden hat.

Ich hoffe, dass meine Überlegungen anderen Konsumenten helfen können, einen Konsum in Abhängigkeit von schlechten Faktoren zu vermeiden.

Ich möchte auch noch mal betonen, dass es mir nicht um eine Relativierung oder gar Verharmlosung der Abhängigkeiten geht! smile.gif

MfG; Fenta


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StilleFrau
Beitrag 30.3.2004, 12:43
Beitrag #2


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Ich konsumiere seit einigen Jahren reglmäßig Tramadol und ehrlich, es ist mir scheißegal, wie abhängig ich bin. Mit Tramadol geht es mir bestens und ohne gehts mir nicht so gut, also für mich keine Frage: her mit dem Zeug!
Ich bin kein besserer Mensch wenn ich clean bin, bin ich ein schlechter Mensch wenn ich ein Junkie bin? Ich glaube nicht. Immer diese Debatten: "Ich bin süchtig, - oh-Gott-oh-Gott!" gehen mir manchmal auf die Nerven.
Es hat jeder in der Hand, seinen Weg zu gehen und wenn man sich ohne Abhängigkeit besser fühlt, soll er halt die Finger von dem Zeug lassen.
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HenryMiller
Beitrag 30.3.2004, 12:48
Beitrag #3


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ZITAT(StilleFrau @ 30.3.2004, 12:43)
Ich konsumiere seit einigen Jahren reglmäßig Tramadol und ehrlich, es ist mir scheißegal, wie abhängig ich bin. Mit Tramadol geht es mir bestens und ohne gehts mir nicht so gut, also für mich keine Frage: her mit dem Zeug!
Ich bin kein besserer Mensch wenn ich clean bin, bin ich ein schlechter Mensch wenn ich ein Junkie bin? Ich glaube nicht. Immer diese Debatten: "Ich bin süchtig, - oh-Gott-oh-Gott!" gehen mir manchmal auf die Nerven.
Es hat jeder in der Hand, seinen Weg zu gehen und wenn man sich ohne Abhängigkeit besser fühlt, soll er halt die Finger von dem Zeug lassen.

Und wenn du keine Bezugsquelle mehr für tramadol hast?

Da stehste da mit deiner Abhängigkeit... So einfach wie du es dir machst ist es nicht...

Aber ich gebe dir Recht, dass ein cleaner Mensch kein "besserer" Mensch ist!

@fenta

Finde deine Gedanke recht plausibel und nachvollziehbar also :daumen:
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Fentanyl
Beitrag 31.3.2004, 12:43
Beitrag #4


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ZITAT(StilleFrau @ 30.3.2004, 12:43)
Ich bin kein besserer Mensch wenn ich clean bin, bin ich ein schlechter Mensch wenn ich ein Junkie bin? Ich glaube nicht. Immer diese Debatten: "Ich bin süchtig, - oh-Gott-oh-Gott!" gehen mir manchmal auf die Nerven.

Darum gehts doch garnicht. Natürlich sind stark abhängige Konsumenten für mich keine Schlechteren Menschen!
Dass aber eine solche Abhängigkeit egal ist, damit kann ich nicht übereinstimmen, denn außer Nachteilen bringt sie nichts. Ein Großteil der wirklich schönen Wirkung geht im Zuge einer starken Abhängigkeit und/oder täglichen Konsums verloren, weil alles zu selbstverständlich wird, nichts Besonderes mehr ist und eine Verlagerung der emotionalen Ebene stattfindet, wodurch man die Aspekte der Wirkung, die einen echt guten Opioidturn ausmachen, mit der Zeit einfach nicht mehr hat. Zudem behindert sie, denn du musst dich ständig um Bezugsquellen kümmern und bist auch einfach nicht mehr so frei wie als Gelegenheitskonsument. Negative Gefühle sollte man nicht einfach wegdrücken, denn wo liegt denn der Sinn unseres Lebens, wenn wir alles Negative einfach verdrängen? Genau das ist doch die Herausforderung! smile.gif

Letztlich muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, welchen Weg er gehen möchte und ich habe, wie gesagt, kein Problem mit stark abhängigen Menschen, es tut mir nur um sie leid, da man unter Dauereinnahme mit der Zeit einfach abstumpft und einem die Facettenreichheit, die einem das Leben bietet, zu einem gewissen Grad vorenthalten bleibt. Ein Opioid ist für mich etwas Faszinierendes und Besonderes - Das bleibt aber bei täglichem oder zu häufigem Konsum einfach auf der Strecke.

MfG; Fenta


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StilleFrau
Beitrag 9.4.2004, 12:09
Beitrag #5


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Meine Abhängigkeit habe ich in den letzten Tagen dahingehend getestet, dass ich das Tramadol einfach mal weggelassen habe. Und oh seltsame Welt: Es ging tatsächlich ohne was einzuwerfen. Ob ich mich schlecht gefühlt habe in der Zeit? Nur mehr Langweile gespürt und Erkältungsähnliche Symptome wie Schnupfen und Husten. Aber keine Schweißausbrüche, keine innere Gier, ich bin selbst überrascht. Okay ich gebe es zu: Es geht auch ohne Tramadol (und billiger ist es auch...).
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Fentanyl
Beitrag 11.4.2004, 02:03
Beitrag #6


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Meinen Respekt top2.gif

Ohne Witz, ich hätte nicht gedacht, dass du das echt mal durchziehst und testest, finde ich klasse! smile.gif
Hilft dir bestimmt auch für die Zukunft, das mal so zu erleben smile.gif

MfG, Fenta


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Beitrag 21.4.2004, 09:09
Beitrag #7





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hab jetzt nach fünf tagen ohne DHC keine entzugs erscheinungen!!

war scheinlich weil ich vorher ein 3monatige pause gemacht
hab und dann eine-zwei wochen
übertrieben hab!!

und schon eine viel zuhohe toleraz dadurch gehabt hab

Der Beitrag wurde von DAZED bearbeitet: 21.4.2004, 09:09
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Capcom
Beitrag 21.4.2004, 14:02
Beitrag #8


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@Fenta
erst mal dickes Lob für Deine Site!!!also deine Beiträge gefallen mir echt gut(auch im DF)ich hab Dich immer so mit mario in ne Schublade gesteckt(so vom alter her und so...also "Drogen-Urgestein")jetzt hab ich mal in Deinem Profil Dein Geburtsdatum gesehen und mußte erst mal grinsen(überrascht)..egal.
Also grad auf Codein bezogen muß ich schon sagen das es für mich nen nicht zu unterschätzenden Suchtfaktor hat...ich weiß noch ganz genau als ich das erstemal von meinem Arzt Codicaps gegen Husten bekommen hab(ja-->is scho lang her)war mir damals noch garnicht bewusst was Codein ist usw....war für mich halt n Hilfreichesmittel das ich n bisl überdosiert hab(aber nur um den Husten zu stillen)--und siehe da...angenehmes gefühl!! d.gif
und so hab ich mich dann schon jedes mal gefreut sobald sich n´Husten angkündigt hat freak.gif
hab dann teilweise auch die Rezepte n bisl verfeinert(N1--->N2,30mg-->60mg;usw...)und meine Freundin wegen jedem kleinem Husten zu Ihrem Dad geschickt (der hat 2 Aphoteken)der ist mir in sachen Codein auch immer "Augenzwinkernd" entgegengekommen(z.B.Wenn ich n privatrezept für codi hatte hat ers sich kurz angeschaut mir das Medi+ungestempeltem Rezept wieder gegeben...)das war auch schon zu ner zeit wo ich allgemein keine drogen(THC,Pilze,usw...)mehr genommen hab.das wußte er auch und hat es mir glaub auch hoch angerechnet da ich auch viel für seine tochter gemacht hab(besonders aufs Kiffen bezogen, da sie dadurch ihr leben nimmer ganz auf der Reihe hatte...)und sie sich bei/mit mir um 180grad gedreht hat.Er hat sogar mal zu ihr gesagt das ihm das mit dem codein schon aufgefallen ist, aber er es nicht weiter schlimm findet wenn sichs in grenzen hält,und mein leben soweit im griff hab..
wie auch immer...jetzt bin ich n bisl abgeschweift.
also nochmal ganz klar ich nehme seit 2Jahren (fast) keine drogen mehr, bis auf ab und an Tramadol und Codein und der suchtfaktor macht sich bei mir so bemerkbar das ich nach einmaligem Konsum(oder auch mal öfter...)mir die nächste Zeit immer was fehlt...bzw. ich echt zwanghaft dran denken muß(so ala´:wär jetzt schon nicht schlecht...usw.)...ich glaub vor 2Jahren oder so hät ich mit dem zeug nicht umgehen können, aber als ich damals nen Schlußstrich gezogen hab(Drogen-war echt schwer) fällt es mit heut nicht wirklich schwer damit um zugehen...aber ich merke auch ganz klar das das potential etwas öfters zu mißbrauchen höher ist wenns mir langweilig ist bzw. Beschäftigung fehlt...

wie auch immer..greez cap

spezial greez @DAZED
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Beitrag 21.4.2004, 17:09
Beitrag #9





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kann nur zustimmen fenta hat da echt ein fettes forum aufgebaut
wos es fachlicheinfos&kosumenteninfos gibt!!


und auch genügen user da sind in machen forum musst
wochenlang warten bist eine antwort bekommst

und ich bin auch der meinung das nur weil man sich hier und da was rein haut
kein schlechter mensch ist!!!

die meinsten leute die drogen nehmen sind nämlich vom charakter her
offener und leiwander(=austria-slang für cool)!!!

als leute die sich am wochende nur ansaufen und so!!

PEACE auch wenn der rest der welt am streiten ist!!!

Der Beitrag wurde von DAZED bearbeitet: 21.4.2004, 20:29
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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 17.10.2017 - 23:13